10,8 % Prävalenz von Clostridioides difficile‑Infektionen und 11,4 % Rezidivrate in saudischer Klinik
Eine retrospektive Analyse von 1.054 hospitalisierten Patienten, die zwischen März 2023 und Februar 2024 auf Clostridioides difficile‑Infektion (CDI) gescreent wurden, ergab eine Prävalenz von 10,8 % (114/1.054). Unter den Infizierten trat ein Rezidiv in 11,4 % der Fälle (13/114) auf.
Studiendesign und Patientenkohorte
Die Untersuchung wurde in einem tertiären Lehrkrankenhaus in Saudi-Arabien durchgeführt. Für die Diagnosestellung wurden positive Toxin‑Assays und/oder molekulare Amplifikationstests (NAAT) herangezogen. Alle relevanten demografischen, klinischen und medikamentösen Daten wurden aus den Patientenakten extrahiert.
Demografische Merkmale und Risikofaktoren
Der Median des Alters der betroffenen Patienten betrug 37 Jahre (IQR 51,25). Bei 32,5 % der Fälle lag eine maligne Grunderkrankung vor, was auf ein erhöhtes Risiko für CDI hindeuten könnte.
Antibiotika‑ und Säurehemmerexposition
Eine antibiotische Vorbehandlung war bei 59,6 % der Infizierten nachweisbar; die am häufigsten verabreichten Substanzen waren Meropenem (24,7 % der Antibiotikakurse) und Ceftriaxon (16,5 %). Säurehemmer wurden bei 57,0 % der Patienten eingesetzt, wobei Omeprazol in 92,3 % dieser Fälle verwendet wurde.
Therapieansätze
Die Behandlung dominierte durch Metronidazol‑Monotherapie, die bei 64,8 % der Fälle zum Einsatz kam. Kombinationstherapien mit Metronidazol und Vancomycin wurden seltener angewendet, jedoch mit einer signifikanten Assoziation zu Rezidiven verbunden.
Prädiktoren für Rezidive
In der multivariablen logistischen Regression erwies sich die Kombination von Metronidazol und Vancomycin als unabhängiger Prädiktor für ein Rezidiv (OR 11,29; 95 %‑KI 1,13–112,42; p = 0,039). Trends wurden zudem für Malignität (OR 2,94; p = 0,112) und die Nutzung von Säurehemmern (OR 1,85; p = 0,440) beobachtet, wobei die geringe Zahl rezidivierender Fälle die statistische Signifikanz einschränkte.
Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen
Die festgestellte Prävalenz von 10,8 % und die Rezidivrate von 11,4 % unterstreichen die Notwendigkeit einer verstärkten Antibiotika‑ und Säurehemmer‑Stewardship. Zudem sollte der Zugang zu den von internationalen Leitlinien empfohlenen Therapien, insbesondere Vancomycin‑Monotherapie, verbessert werden, um die Belastung durch CDI in saudischen tertiären Einrichtungen zu reduzieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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