Die Vereinten Nationen berichten, dass in Afghanistan derzeit 14 Millionen Menschen von akuter Nahrungsmittelunsicherheit betroffen sind, wobei nur etwa ein Neuntel über das World Food Programme (WFP) versorgt wird.
Ausmaß der Hungersnot
Laut Angaben des WFP leidet ein Drittel der afghanischen Bevölkerung unter akuter Ernährungsunsicherheit. In zwölf Provinzen wurden Rekordwerte bei schwerer Unterernährung von Kindern verzeichnet, wobei besonders Kinder unter zwei Jahren betroffen sind.
Finanzierungslücken beim WFP
Der WFP-Country Director John Aylieff erklärte, dass das Programm für 2026 mit rund 900 Millionen US‑Dollar veranschlagt ist, jedoch bis zum Winter noch 500 Millionen US‑Dollar fehlen, um die dringend benötigte Nahrungsmittelhilfe zu gewährleisten. Aufgrund der knappen Mittel könne das WFP nur ein Neuntel der betroffenen Bevölkerung versorgen.
Rückkehr von Vertriebenen verstärkt Belastung
Seit September 2023 seien etwa sechs Millionen Rückkehrer aus Nachbarländern nach Afghanistan zurückgekehrt, was die ohnehin angespannte Wirtschaft weiter belastet. Aylieff wies darauf hin, dass der Arbeitsmarkt nicht genug Kapazitäten habe, um diese Rückkehrer zu integrieren, wodurch die Preise für Grundnahrungsmittel um 20‑30 % gestiegen seien.
Gefährdete Gruppen
Besonders stark betroffen seien Kinder mit schwerer Unterernährung und schwangere oder stillende Eltern. In Kliniken, die vom WFP in Zusammenarbeit mit UNICEF betrieben werden, werden Kinder unter fünf Jahren und betreuende Eltern behandelt, doch die Finanzierungskürzungen haben die Verteilung spezieller Nahrungsmittel seit Mai 2025 vollständig eingestellt.
Ausblick und Handlungsbedarf
Aylieff betonte, dass ohne zusätzliche Mittel die humanitäre Lage weiter eskalieren könne, was nicht nur zu mehr Todesfällen, sondern auch zu verstärkter Migration und potenzieller Instabilität in der Region führen würde. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, die ausstehenden Mittel umgehend bereitzustellen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von United Nations, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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