Am 1. August 1834 versammelten sich rund 300 ehemalige Sklaven, die seit dem 1. August als „Apprentices“ galten, vor dem Regierungspalast in Port of Spain. Sie warteten im Regen auf die offizielle Verkündung ihrer Freiheit und forderten die vom König zugesandten Freipapiere. Die Versammlung entwickelte sich zu einem friedlichen Protest, während die Kolonialbehörden über die Verhängung des Kriegsrechts nachdachten.
Wetter, Menschenmenge und Lage
Ein ganztägiger Regen überschwemmte die Straßen von Port of Spain, doch etwa 300 Männer, Frauen und Kinder blieben standhaft vor dem Government House. Die meisten waren Feldarbeiter in abgenutzter Arbeitskleidung, ohne Waffen oder Stöcke, die ihnen das Vorankommen auf den schlammigen, von Karrenrädern geprägten Wegen erleichtert hätten.
Reaktion der Kolonialbehörden
Innerhalb der Regierungsgebäude herrschte Aufregung: Beamte und Plantagenbesitzer diskutierten, ob die Stille der Menge ein Anzeichen für Aufruhr sei. Die Polizei und die Kavallerie der Miliz stürmten die Menge, die jedoch nicht zerstreut, sondern erneut formierte und nicht wegging.
Der entscheidende Eingriff von Lieutenant Colonel Henry Hardy
Lieutenant Colonel Henry Hardy vom 19. Regiment of Foot, Kommandant der Garnison St. James, zeigte zurückhaltende Vorgehensweise. Sein Eingreifen verhinderte, dass die nassen Gassen mit Blut gefüllt wurden, und trug entscheidend dazu bei, dass kein Massaker stattfand.
Der Auftritt von Gouverneur Sir George Hill
Gouverneur Sir George Hill trat mit Mitgliedern des Rates auf den Balkon des Ratsgebäudes, um die Versammelten zu befragen. Er erklärte, dass die ehemaligen Sklaven nun „Apprentices“ seien, die für weitere sechs Jahre 45 Stunden pro Woche für ihre ehemaligen Herren arbeiten müssten. Die Menge antwortete in französischer Sprache: „Pas de six ans, nous ne voulons pas de six ans, nous sommes libres, le Roi nous a donné la liberté!“
Nachwirkungen und weitere Ereignisse
Gegen Abend überzeugte die Polizei die erschöpften Versammelten, nach Hause zurückzukehren. Einige junge Frauen tanzten dennoch in den Straßen und sangen Lobeshymnen auf König William. Colonel Hardy bemerkte trocken, dass die Situation „mightily like insurrection“ ausgesehen habe, obwohl tatsächlich keine Gewalt ausbrach.
Historische Bewertung
Frühe Berichte von EL Joseph (1838) und Gertrude Carmichael (1961) schilderten das Geschehen als rowdy und gewalttätig. Zwei Augenzeugenberichte von englischen Soldaten hingegen betonten die erstaunliche Selbstdisziplin der Menge und wiesen darauf hin, dass ein Kriegsrecht nicht nötig gewesen wäre.
Bedeutung für die Abschaffung der Sklaverei
Der Emancipation Day von 1834 markierte den Beginn der Abschaffung der Sklaverei im britischen Empire, jedoch blieb die Freiheit für die meisten ehemaligen Sklaven durch das Apprenticeship‑System eingeschränkt. Das Ereignis verdeutlicht die Spannungen zwischen den Erwartungen der ehemaligen Sklaven und den Interessen der Plantagenbesitzer.
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