Ein neuer Bericht des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) warnt, dass etwa 800 Millionen junge Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern in den kommenden Jahren keinen Arbeitsplatz finden werden, sofern keine politischen Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Hintergrund und Zahlen
Der UNDP-Administrator Alexander De Croo erklärte, dass in den nächsten 15 Jahren rund 1,2 Milliarden Jugendliche ihren Schulabschluss machen und in den Arbeitsmarkt eintreten. Laut seiner Einschätzung stehen für nur 400 Millionen von ihnen passende Stellen bereit, während 800 Millionen ohne Beschäftigung bleiben könnten.
Initiativen des UNDP
Um die drohende Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, stellte das UNDP gleichzeitig zwei Programme vor: den Investment Accelerator und die Jobs for Prosperity Facility. Beide sollen Regierungen dabei unterstützen, Investitionsbedingungen zu verbessern und sektorspezifische Beschäftigungspotenziale zu erschließen.
Investment Accelerator
Der Investment Accelerator fokussiert sich darauf, rechtliche Rahmenbedingungen zu optimieren, Investitionsprojekte zu identifizieren und deren Umsetzung zu beschleunigen. Ziel ist es, aus vorbereiteten Vorhaben reale Investitionen zu generieren, die wiederum Arbeitsplätze schaffen.
Jobs for Prosperity Facility
Die Jobs for Prosperity Facility soll Länder dabei unterstützen, Branchen mit hoher Beschäftigungswirkung zu bestimmen, Qualifikationen an Arbeitgeberbedarfe anzupassen und Hindernisse für Unternehmensinvestitionen zu beseitigen. Pilotprojekte laufen bereits in Nepal, Jemen, Haiti, Libanon und Ghana.
Zusätzliche Herausforderungen
De Croo bezeichnete die aktuelle Lage als „dreifachen Schock“: steigende Energiepreise, ein starkes El‑Niño‑Ereignis und hohe Kreditkosten. Laut UNDP-Bericht „No Time to Recover“ geben Entwicklungsländer im Schnitt 9,5 % ihrer Staatseinnahmen für Zinszahlungen aus, während die multidimensionale Armut erstmals seit 2010 wieder ansteigt.
Ausblick
Der Administrator betonte, dass aktive Arbeitsmarktpolitik und gezielte Investitionen die Prognosen ändern könnten. Sektoren wie Pflege, Landwirtschaft und Tourismus sollen trotz fortschreitender Künstlicher‑Intelligenz‑Entwicklung weiterhin zahlreiche Stellen bieten.
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