USA: Abgekürzte Duale Antithrombozyten‑Therapie nach Stent‑Implantation
Eine Netzwerk‑Meta‑Analyse von 28 randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 84.325 Patienten hat die Wirksamkeit und Sicherheit von verkürzten Dual‑Antiplatelet‑Therapie‑Strategien (DAPT) nach perkutaner Koronarintervention (PCI) mit modernen Medikamenten‑elutierenden Stents (DES) untersucht. Im Vergleich zur herkömmlichen 12‑Monats‑Therapie zeigten ein‑ und dreimonatige Regime keine signifikante Veränderung der kombinierten kardiovaskulären Ereignisse (MACE), jedoch eine deutliche Reduktion schwerer Blutungen.
Hintergrund
Die gängige Praxis sieht nach PCI eine DAPT-Dauer von zwölf Monaten vor, während klinische Studien vermehrt kürzere Zeiträume prüfen, um das Blutungsrisiko zu senken. Der optimale Schwellenwert für die Verkürzung blieb bislang unklar.
Methodik
Die Autorinnen und Autoren durchsuchten PubMed, Embase und Scopus für Studien, die zwischen Januar 2008 und 21. März 2026 veröffentlicht wurden. Eingeschlossen wurden randomisierte Studien, die mindestens einen der verkürzten Zeiträume (1, 3 oder 6 Monate) mit einer 12‑Monats‑Kontrolle verglichen. Hauptendpunkte waren MACE und schwere Blutungen, die als Risikoverhältnisse (RR) mit 95 %‑Konfidenzintervallen (KI) in random‑effects‑Modellen ausgewertet wurden. Die Rangfolge der Therapien erfolgte mittels SUCRA‑Analyse.
Ergebnisse – Ischämisches Risiko
Im Vergleich zur 12‑Monats‑Therapie ergab sich für die einmonatige DAPT ein RR von 1,03 [95 %‑KI 0,88–1,22], für die dreimonatige ein RR von 0,95 [0,82–1,10] und für die sechsmonatige ein RR von 1,06 [0,88–1,27]; keine dieser Differenzen war statistisch signifikant.
Ergebnisse – Blutungsrisiko
Die einmonatige Strategie reduzierte schwere Blutungen um 41 % (RR 0,59 [0,42–0,82]), die dreimonatige um 36 % (RR 0,64 [0,49–0,84]), während die sechsmonatige Therapie einen Trend zur Reduktion zeigte (RR 0,68 [0,46–1,00]).
Ranking und Interpretation
Laut SUCRA‑Bewertung belegte die dreimonatige DAPT die höchste Position für ein geringes ischämisches Risiko, während die einmonatige Therapie das niedrigste Blutungsrisiko aufwies, gefolgt von der dreimonatigen Variante.
Schlussfolgerung
Die Analyse legt nahe, dass ein‑ und dreimonatige DAPT‑Regime das Blutungsrisiko senken, ohne das ischämische Risiko signifikant zu erhöhen. Die dreimonatige Dauer zeigte dabei das insgesamt günstigste Profil. Dennoch betonen die Forschenden, dass die Ergebnisse vorsichtig zu interpretieren seien, da keine signifikanten Unterschiede in der Wirksamkeit nachgewiesen wurden und die Netzwerk‑Meta‑Analyse auf Studienebene beschränkt ist.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access).
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