Abstimmungsergebnis
Die UN-Generalversammlung hat am 4. September 2026 mit 164 zu einem Stimmen ein Resolution verabschiedet, die Regierungen, Bildungseinrichtungen und Technologieunternehmen auffordert, Kartenprojektionen zu verwenden, die die relative Größe von Kontinenten genauer wiedergeben.
Ziel der Resolution
Die Maßnahme verbietet die Mercator‑Projektion nicht, sondern empfiehlt den Einsatz von Equal‑Earth und anderen flächentreuen Darstellungen, wenn die relative Größe von Landmassen von Bedeutung ist, und fordert die Aufklärung über die Grenzen jeder Kartenprojektion.
Hintergrund der Mercator‑Projektion
Die 1569 von Gerardus Mercator entwickelte Projektion bewahrt die Richtung für die Navigation, verzerrt jedoch die Flächen. Dadurch erscheint Afrika auf vielen Karten deutlich kleiner; beispielsweise ist Afrika etwa 14‑mal größer als Grönland, obwohl beide in Mercator‑Darstellungen ähnlich groß wirken.
Politische Reaktionen
Robert Dussey, Außenminister von Togo, betonte vor der Abstimmung, dass Karten das Weltverständnis prägen und dass eine faire Karte die Wahrnehmung korrigieren könne. Die USA stimmten allein gegen die Initiative und bezeichneten sie als Teil eines „radikalen ideologischen Projekts“. Frankreich kündigte an, Mercator aus offiziellen Darstellungen zu entfernen, während die Europäische Union die Resolution unterstützte, jedoch Bedenken hinsichtlich kartografischer Darstellungen umstrittener Gebiete äußerte.
Technische Bewertung
Kein Kartenwerk kann die gekrümmte Erdoberfläche ohne Verluste exakt abbilden; jede Projektion opfert Fläche, Form, Entfernung oder Richtung. Die Resolution ist rechtlich unverbindlich und bewirkt keinen Verzicht auf Mercator, sondern fördert ein Bewusstsein für die jeweiligen Vor‑ und Nachteile.
Ausblick
Die nahezu einstimmige Unterstützung signalisiert ein wachsendes internationales Interesse daran, kartografische Darstellungen zu überdenken und deren Einfluss auf Bildung und öffentliche Wahrnehmung zu berücksichtigen.
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