International: UN-Menschenrechtskommissar fordert sofortigen Waffenstillstand im Sudan
Hintergrund des Konflikts
In einer Sitzung des UN-Menschenrechtsrates am 7. September 2026 wurde über die anhaltende Gewalt im Sudan beraten. Der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk forderte ein sofortiges Ende der Angriffe auf Zivilisten in Märkten, Krankenhäusern und Tankstellen. Der Konflikt zwischen der sudanesischen Armee (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) dauert bereits vier Jahre und hat mehr als sechs Millionen Binnenvertriebene sowie 4,5 Millionen Flüchtlinge hervorgebracht.
Forderungen des UN‑Kommissars
Türk betonte die akute Gefahr für Zivilisten in Kordofan, dem Blauen Nil sowie den Regionen Nord‑ und West‑Darfur. Er verlangte einen sofortigen Waffenstillstand, das Ende ausländischer Beteiligung und die Rückkehr zu einer inklusiven zivilen Regierungsführung. Der Appell wurde von einem neuen Bericht einer unabhängigen Fact‑Finding Mission begleitet, die vom Menschenrechtsrat beauftragt wurde.
Ergebnisse der Untersuchung
Die Untersuchung dokumentierte den verstärkten Einsatz von Langstreckendrohnen durch beide Konfliktparteien. Drohnenangriffe richteten sich auf zivile Infrastruktur, darunter Schulen, Krankenhäuser und Kindergärten. Ein Angriff auf ein Kindergarten in Kalogie, Süd‑Kordofan, forderte 114 Tote, darunter 60 Kinder; ein Angriff der SAF auf das Ad‑Da’ein Teaching Hospital tötete mindestens 70 Menschen. Die Mission wies zudem auf Unterstützung für die RSF durch Einzelpersonen und Einrichtungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Tschad, Südost‑Libyen und Puntland (Somalia) hin.
Humanitäre Lage im Gesundheitssektor
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete über die schwere Zerstörung von drei Hauptkrankenhäusern in Khartum – dem Khartum Teaching Hospital, dem Ophthalmology Hospital und dem Dental Hospital. Operationssäle, Bildgebungsgeräte und ganze Stationen wurden zerstört. Trotz des Schadens arbeiten medizinische Fachkräfte weiterhin in den noch nutzbaren Bereichen, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Mögliche Rechtsverletzungen
Nach Angaben der Fact‑Finding Mission bestehen begründete Hinweise darauf, dass sowohl SAF als auch RSF schwerwiegende Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht begangen haben, die als mögliche Kriegsverbrechen eingestuft werden könnten. Türk und die Ermittler fordern eine gründliche Untersuchung dieser Vorwürfe.
Aufruf zur internationalen Unterstützung
Die UN ruft die internationale Gemeinschaft auf, humanitäre Hilfe zu verstärken und den Wiederaufbau der Gesundheitseinrichtungen zu unterstützen, um die Versorgung der betroffenen Bevölkerung zu sichern.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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