Ausmaß der Vertreibung
Nach Angaben der International Organization for Migration (IOM) sind seit dem erneuten Ausbruch der Kämpfe im vergangenen Woche mindestens 46 000 Menschen aus den betroffenen Gebieten im Südwesten Jemens geflohen. Die Zahl steigt laut IOM „stündlich“ weiter an und umfasst die Gouvernements Westküste und Taiz.
Hintergrund der Kämpfe
Die Vertreibung wurde durch die Einnahme des strategisch wichtigen Rotmeerhafens Mokha durch Huthi‑Kämpfer ausgelöst. Im Zuge dessen verließen zahlreiche Familien die Stadt mit ihrem Besitz. Pro‑Regierungsstreitkräfte zogen sich am Freitag von einer Basis im Bab‑al‑Mandab-Strom ab, während die Huthi weiterhin die Schifffahrt im Gebiet bedrohen.
Zivile Opfer
Das Büro für die Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA) meldete seit Beginn des Monats mindestens 14 zivile Opfer, darunter zwei Kinder. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnete zwischen dem 6. und 24. August 67 Todesfälle und 288 Verletzte in sieben Gouvernements, von Marib bis Al‑Hodeidah.
Gesundheitsversorgung
Nur 60 % der Gesundheitseinrichtungen Jemens seien voll funktionsfähig. Krankenhäuser in Marib, Hadramaut und Taiz kämpfen mit einem Anstieg traumatischer Verletzungen, wodurch Notfall‑, chirurgische und Intensivstationen stark belastet werden. In Marib wurde die Geburtsabteilung vorübergehend geschlossen, um Ressourcen für die Behandlung von Verwundeten freizusetzen.
Humanitäre Forderungen
Die IOM fordert alle Konfliktparteien auf, einen sicheren und ungehinderten humanitären Zugang zu gewährleisten und die Sicherheit von Hilfspersonal, Einrichtungen und Hilfsgütern zu schützen. Zudem wird die Wiederherstellung von Kommunikations‑ und Transportwegen als Voraussetzung für die Versorgung genannt.
Verlagerung der Bevölkerung
Neue Zuflüsse von Vertriebenen wurden in den Gouvernements Lahj und Aden verzeichnet, während weitere Personen nach Ibb im Norden aufbrechen. In drei Bezirken von Taiz – Maqbanah, Jabal Habashi und Al‑Ma’afer – seien ganze Dörfer entleert worden, da die Kämpfe näher an die Zivilbevölkerung heranrücken.
Dringender Hilfsbedarf
Die IOM betont, dass die dringendsten Bedürfnisse der Vertriebenen Unterkünfte, Nahrung, Trinkwasser, Haushaltsgegenstände, medizinische Versorgung und Schutzunterstützung umfassen. Die humanitären Lager seien bereits nach den jüngsten Fluthilfen stark ausgelastet.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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