International: Polizisten nutzen ALPR-Systeme für unsinnige Suchbegründe, zeigt EFF-Analyse
Hintergrund der Technologie
Automatisierte Kennzeichenerkennung (ALPR) wird von vielen US‑Städten als Werkzeug zur Aufklärung schwerer Straftaten beworben. Anbieter wie Flock Safety, Motorola Solutions oder Axon betonen den Nutzen für Verbrechen wie Autodiebstahl, Entführung oder Mord.
Ergebnisse der Analyse
Eine Untersuchung der Electronic Frontier Foundation (EFF) hat anhand von Suchprotokollen der Flock‑Safety‑Systeme gezeigt, dass Beamte häufig keinerlei legitimen Grund für die Abfrage von Fahrzeugdaten angeben. Stattdessen werden Begriffe wie „LOL“, „LMAO“, „sexy“ oder „idk“ (für „I don’t know“) eingetragen.
Beispiele für unsinnige Suchbegriffe
Die Analyse umfasst mehr als 6.300 Suchvorgänge, bei denen die Begründung „TBD“ (to be determined) verwendet wurde, sowie über 1.900 Fälle mit diesem Eintrag allein in der Police Department von Priceville, Alabama. Weitere Beispiele sind „LOL“ bei der Barberton Police Department (Ohio) und „LMAO“ bei der Lake County Sheriff’s Department (Indiana) sowie „Hehe“ bei der Richmond Police Department (Kalifornien).
Tastaturmüll als Grund
In vielen Audits finden sich reine Tastaturfolgen wie „asdfga“, „HJKNUILH“ oder lange, sinnlose Zeichenketten, die keinen bekannten Polizeicode darstellen. Solche Einträge wurden etwa bei der Eatonton Police Department (Georgia) und der Brown County Sheriff’s Office (Wisconsin) dokumentiert.
Reaktionen der Polizeibehörden
Auf Anfragen der EFF reagierten einige Behörden mit Verweisen auf interne Richtlinien. Die Thornton Police Department (Colorado) erklärte, dass das System inzwischen eine Vorgabe‑Liste für Suchgründe erfordere und die bisherigen Einträge nachträglich überprüft worden seien. Andere Behörden, wie die Richmond Police Department (Kalifornien), gaben an, die betroffenen Beamten beraten zu haben.
Bewertung und Ausblick
Ohne richterliche Kontrolle, klare Vorgaben und wirksame Prüfungen ermöglicht das aktuelle ALPR‑System den Zugriff auf Standortdaten von Millionen Bürgern für triviale oder nicht nachvollziehbare Zwecke. Die EFF fordert strengere Auflagen, verpflichtende Dokumentation von Suchgründen und regelmäßige unabhängige Audits, um den Missbrauch zu begrenzen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Electronic Frontier Foundation, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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