Im Jahr 2025 haben Migranten nach Angaben des International Fund for Agricultural Development (IFAD) insgesamt 728,6 Milliarden Dollar an Familien in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen überwiesen – fast das Doppelte des Betrags, der vor einem Jahrzehnt verzeichnet wurde.
Starkes Wachstum der Überweisungen
Zwischen 2016 und 2025 stiegen die Überweisungen um 94 Prozent, während die Zahl der Migranten aus den betreffenden Ländern lediglich um 28 Prozent zunahm. Das deutet darauf hin, dass nicht nur mehr Menschen migrieren, sondern dass die durchschnittliche Überweisung pro Person ebenfalls deutlich größer geworden ist.
Regionale Unterschiede
Lateinamerika und die Karibik verzeichneten das schnellste Wachstum und steigerten die Überweisungen um 132 Prozent auf 168,6 Milliarden Dollar. Asien‑ und Pazifik‑Region blieben mit 384,9 Milliarden Dollar (53 Prozent des Welttotal) der größte Empfänger. Afrika erreichte 124,2 Milliarden Dollar, ein Plus von 86 Prozent, wobei Ägypten Nigeria als größten Empfänger überholte.
Wirtschaftliche Bedeutung
In Honduras entsprachen die Überweisungen 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, in El Salvador 28 Prozent und in Nicaragua 27 Prozent. Rund 220 Millionen Migranten unterstützen schätzungsweise 1,1 Milliarde Verwandte. Etwa 233 Milliarden Dollar flossen 2025 in ländliche Gebiete, wo Zugang zu Arbeit, Finanzdienstleistungen und Infrastruktur oft schwach ist.
Verwendung der Mittel
Etwa drei Viertel der Überweisungen decken unmittelbare Bedürfnisse wie Nahrung, Unterkunft und Versorgungsleistungen ab; das restliche Viertel – mehr als 180 Milliarden Dollar jährlich – wird für Gesundheitsversorgung, Bildung, Wohnen, Ersparnisse und Unternehmensgründungen verwendet. Zusätzlich investieren Haushalte rund 22 Milliarden Dollar pro Jahr in ländliche Agrar‑ und Lebensmittelsysteme und nutzen die Mittel, um klimabedingte Schocks abzufedern.
Digitale Entwicklung
Mehr als die Hälfte der Überweisungen beginnt heute digital, jedoch erreichen nur 35 Prozent der Dienste 2025 den Empfänger vollständig digital. Digitale Transfers kosten im Schnitt 4,6 Prozent, während nicht‑digitale Dienste durchschnittlich 7,3 Prozent kosten. „Technologien können wirklich helfen, aber das reicht nicht“, erklärte Pedro de Vasconcellos, Leiter der Finanzierungseinrichtung für Überweisungen beim IFAD, und betonte die Notwendigkeit zuverlässiger und erschwinglicher Empfangswege.
Empfehlungen des IFAD
Der IFAD fordert niedrigere und transparentere Gebühren, besseren Zugang zu Finanzdienstleistungen sowie erweiterte Möglichkeiten für Spar‑, Versicherungs‑ und Investitionsangebote, um die Widerstandsfähigkeit von Familien langfristig zu stärken.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von United Nations, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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