International: Stärkung der Demenzversorgung in der Afrikanischen Region
In Nairobi trafen sich Vertreter von zehn afrikanischen Ländern vom 14. bis 16. September, um im Rahmen des Regionalen Interländer-Workshops für Demenz 2026 gemeinsame Handlungsfelder zu definieren. Die WHO‑Regionalarbeitsgruppe für Afrika organisierte das Treffen, das von rund 1,9 Millionen Betroffenen und einem jährlichen Kostenvolumen von US$15,6 Milliarden in der Region geprägt ist. Unbezahlte Pflegekräfte, überwiegend Frauen, investieren durchschnittlich 12,9 Stunden pro Tag in die Betreuung.
Hintergrund und Zahlen
Derzeit fehlt in allen 47 Ländern der WHO‑Afrikaregion ein nationales Demenzprogramm, weder als eigenständiger Plan noch als Teil einer umfassenderen Gesundheitsstrategie. Nur fünf Staaten haben öffentliche Aufklärungskampagnen durchgeführt, sieben Länder setzen Maßnahmen zur Risikoreduktion um.
Aktueller Stand der Demenzpolitik
Der Workshop ermöglichte den teilnehmenden Experten, die unterschiedlichen Entwicklungsstadien ihrer nationalen Demenzstrategien zu vergleichen und gemeinsame Prioritäten zu formulieren. Zu den zentralen Themen zählen die Bekämpfung von Stigmatisierung, die Förderung von Risikovermeidung, der Ausbau der Fachkompetenz von Gesundheitspersonal sowie die Integration von Demenzdiensten in die Primärversorgung.
Prioritäten des Workshops
Weitere Schwerpunkte umfassen die Unterstützung von Pflegekräften, die Stärkung von Daten- und Überwachungssystemen und die Förderung lokaler Forschungsprojekte. Die Teilnehmenden betonten zudem die Notwendigkeit, personenzentrierte Dienste zu etablieren, die kontinuierliche Unterstützung über den Krankheitsverlauf hinweg bieten.
Stimmen aus der Fachwelt
„Demenz ist eine gesundheitliche Priorität für Afrika. Angesichts der wachsenden Fallzahlen benötigen Länder Leitlinien, Werkzeuge und Daten, um zu handeln“, erklärte Dr. Benido Impouma, Leiter des Clusters für Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention und -kontrolle im WHO‑Regionalbüro für Afrika. Dr. Catherine Wanjiku Waweru, Fachbeauftragte des kenianischen Gesundheitsministeriums, betonte: „Dieses Treffen muss in konkrete Maßnahmen auf Länderebene übersetzt werden, damit Betroffene frühzeitig erkannt und unterstützt werden.“
Ausblick und nächste Schritte
Die Teilnehmenden gründeten eine regionweite Community of Practice, die den Austausch bewährter Verfahren, Peer‑Learning und die Zusammenarbeit bei gemeinsamen Herausforderungen fördern soll. Nur zehn Länder haben bislang Demenzdaten an die WHO gemeldet; die Verbesserung der Datenerhebung und -nutzung steht daher weiterhin im Fokus. Auf Basis der vor dem Treffen durchgeführten nationalen Assessments werden die Länder nun Roadmaps erarbeiten, um ihre Demenzpolitiken zu entwickeln oder zu überarbeiten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von World Health Organization, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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