Ein neues Vergleichsabkommen zwischen Meta und 52 US-Bundesstaaten sowie Territorien verpflichtet den Konzern, für alle Produkte Altersbeschränkungen zu implementieren. Nutzer unter 18 sollen künftig auf Instagram und Facebook ein tägliches Nutzungslimit von zwei Stunden erhalten und zwischen 0 Uhr und 6 Uhr nachts gesperrt werden.
Verpflichtungen aus dem Vergleich
Der Vergleich verlangt, dass Meta Altersprüfungen in sämtliche Produkte integriert und gleichzeitig Druck auf nicht‑Meta‑Plattformen wie TikTok und YouTube ausübt, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen. Zusätzlich sollen Inhalte, die als nicht altersgerecht eingestuft werden, automatisch gefiltert werden.
Auswirkungen auf Jugendaktivismus
Die Electronic Frontier Foundation weist darauf hin, dass die Beschränkungen die Fähigkeit junger Menschen, schnelle Reaktionsaktionen zu koordinieren, erheblich einschränken könnten. Ohne die Möglichkeit, Likes zu sehen, wird es schwieriger, den Erfolg von Kampagnen zu messen, erklärt die Organisation.
Hintergrund der Online‑Aktivität von Jugendlichen
Seit über einem Jahrzehnt nutzen junge Menschen soziale Netzwerke, um politische Anliegen zu verbreiten, von Protesten gegen Polizeigewalt bis zu landesweiten Schulstreiks für Klimaschutz. Plattformen wie Instagram ermöglichen das schnelle Teilen von Informationen, wie das Beispiel des 17‑jährigen Darnella Frazier, dessen Video den Mord an George Floyd dokumentierte, zeigt.
Internationale Rechtslage
Im Gegensatz zu den US‑Maßnahmen hat der französische Verfassungsrat im August ein Gesetz verworfen, das unter 15‑Jährigen den Zugang zu sozialen Medien verbieten wollte, weil es die freie Meinungsäußerung und den Datenschutz verletze.
Datenschutz und Überwachung
Die Electronic Frontier Foundation betont, dass Meta bereits zuvor Nachrichten von Nutzern an Strafverfolgungsbehörden übergeben hat. Die neuen Altersprüfungen könnten zusätzliche personenbezogene Daten erfordern, die bei gerichtlichen Anfragen leicht zugänglich wären.
Reaktion der Electronic Frontier Foundation
Nach Ansicht der Organisation adressiert der Vergleich nicht das Kernproblem der sogenannten „Surveillance‑Capitalism“, bei dem Inhalte zu kommerziellen Zwecken monetarisiert werden. Stattdessen sehe man eine Chance für Meta, die digitale Umgebung nach eigenen Interessen zu gestalten, was langfristig die Meinungsfreiheit junger Menschen gefährden könnte.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Electronic Frontier Foundation, lizenziert unter Creative Commons Attribution 4.0 (CC BY 4.0). Offene journalistische Inhalte.
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