Studienaufbau
Eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie untersuchte, ob die Teilnahme an einem umfassenden Gesundheits‑Check‑up mit individueller Motivationsberatung das Auftreten von Typ‑2‑Diabetes bei älteren Menschen reduziert. Die Untersuchung wurde im schwedischen Umeå durchgeführt und umfasste Anmeldungen von 2012 bis 2022 mit Nachverfolgung bis Dezember 2022.
Teilnehmer und Kontrollen
In die Interventionsgruppe wurden 6 018 Personen im Alter von 70 Jahren aufgenommen, die zuvor keinen Diabetes diagnostiziert hatten. Jeder Teilnehmer wurde zehnfach (1:10) mit Kontrollpersonen aus der schwedischen Gesamtbevölkerung gematcht, wobei Geburtsjahr, Geschlecht und Bildungsniveau berücksichtigt wurden. Die Kontrollgruppe umfasste 57 543 Personen.
Ergebnisse
Während einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 4,9 Jahren (SD 2,9) entwickelten 335 Teilnehmer (5,6 %) Diabetes, während 3 919 Kontrollen (6,8 %) eine Diagnose erhielten. Die Teilnahme war mit einem signifikant geringeren Risiko verbunden (adjustiertes Hazard Ratio 0,76; 95 %‑KI 0,68‑0,85; p < 0,001). Der absolute Risikounterschied betrug nach fünf Jahren 1,46 Prozentpunkte (95 %‑KI 0,91‑1,98) und nach zehn Jahren 3,42 Prozentpunkte (95 %‑KI 2,13‑4,75).
Statistische Analyse
Die Hazard‑Ratio wurde mittels Cox‑Regression angepasst für Alter, Geschlecht, Bildungsniveau und weitere Kovariaten berechnet. Die Risikoreduktion blieb über den gesamten Beobachtungszeitraum stabil und zeigte sich in allen untersuchten Untergruppen ähnlich.
Einschränkungen
Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, können kausale Schlussfolgerungen nicht eindeutig gezogen werden. Die freiwillige Teilnahme könnte zu einem gesunden‑Freiwilligen‑Effekt, Auswahl‑ oder Residual‑Konfoundierung führen.
Bedeutung für die Praxis
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass breit angelegte, niedrigintensive Präventionsprogramme im regulären Versorgungssystem das Diabetesrisiko in alternden Populationen senken können. Dennoch ist weitere Forschung mit randomisierten Designs erforderlich, um die Wirksamkeit dieser Ansätze zu bestätigen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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