In Abuja hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeinsam mit dem Centre for Journalism Innovation and Development (CJID) ein erstes afrikanisches Medienforum zum Thema Straßensicherheit eröffnet. Das dreitägige Treffen soll die Erstellung der ersten kontinentweiten Medienrichtlinien für Straßensicherheit anstoßen und damit die Nachfrage nach nachweislich wirksamen Verkehrspolitiken stärken.
Hintergrund
In der WHO‑Afrikaregion sterben jährlich rund 250.000 Menschen bei Verkehrsunfällen – das entspricht einem Todesfall alle zwei Minuten. Trotz dieses Anteils von einem Fünftel der weltweiten Verkehrstoten besitzt die Region nur drei Prozent aller registrierten Fahrzeuge.
Situation in Nigeria
Nigeria verzeichnet mit über 36.000 Verkehrstoten pro Jahr die höchste Zahl der Region und steht damit im Fokus der neuen Initiative.
Ziele des Forums
Die zu entwickelnden Richtlinien basieren auf dem Safe‑Systems‑Ansatz, der sichere Infrastruktur, klare Gesetze, wirksame Durchsetzung und angemessene Geschwindigkeitsbegrenzungen kombiniert. „Es geht darum, sichere Straßen für Menschen zu bauen, nicht für schnell fahrende Fahrzeuge“, erklärt Dr. Nhan Tran, Leiter der WHO‑Abteilung für Gewalt‑ und Verletzungsprävention.
Dr. Pavel Ursu, WHO‑Vertreter in Nigeria, betont: „Wir schließen die Lücke zwischen Wissenschaft und Storytelling, korrigieren Fehlwahrnehmungen und treiben die Verantwortlichkeit für lebensrettende Maßnahmen voran.“ Dapo Olorunyomi, Geschäftsführer des CJID, fügt hinzu: „Redaktionelle Entscheidungen bestimmen, ob Verkehrsunfälle als private Tragödien oder als systemische politische Versäumnisse wahrgenommen werden.“
Beteiligte
Zwanzig Redakteure und Journalisten aus Äthiopien, Kenia, Nigeria, Südafrika und Uganda nehmen teil. Vertreter von BBC, AFP, Deutsche Welle, Xinhua, AllAfrica, Premium Times (Nigeria), Nation Media (Kenia) und der South African Broadcasting Corporation sowie unabhängige Content‑Creator gehören zum Kreis.
Zeitplan und Ausblick
Die Richtlinien sollen bis Mitte 2027 fertiggestellt werden. Das Forum knüpft an eine globale WHO‑Initiative an, bei der über 5.000 Reporter in Ländern mit hohen Verkehrstotenzahlen geschult wurden, unterstützt von Bloomberg Philanthropies. Der Safe‑Systems‑Ansatz fördert zudem nachhaltige Mobilität, reduziert CO₂‑Emissionen, verbessert die Luftqualität und stärkt das Fuß‑ und Radverkehrsangebot.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von World Health Organization, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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