USA: NASA empfiehlt neue Leitlinien zur Dekompressionskrankheit und Thromboseprävention im Weltraum
Hintergrund der Arbeitsgruppe
Die Office of the Chief Health and Medical Officer (OCHMO) hat ein Expertengremium eingesetzt, um aktuelle Daten zu EVA‑Prebreathe‑Tests, Dekompressionskrankheit (DCS), venöser Thromboembolie (VTE) und dem Einfluss eines persistierenden Foramen ovale (PFO) auf zukünftige Artemis‑Missionen zu prüfen. Die Gruppe stützte ihre Bewertung auf mehrere NASA‑Studien, darunter ein Assessment von September 2024 und ein Risikobericht von April 2026.
Empfehlungen zu LVGE und PFO
Bei Studien am Boden soll die Anwesenheit von LVGE (large venous gas emboli) nicht mehr allein zum Ausschluss von Probanden führen. Stattdessen sollen Protokolle die Sicherheit der Teilnehmenden mit einer informierten Einwilligung abwägen. Für kleine PFOs (Grad 1‑2) wird kein signifikantes Risiko angenommen, während bei großen PFOs (Grad 3 oder höher) ein optionales Screening und die Möglichkeit einer Schließung empfohlen, jedoch kein generelles Ausschlusskriterium für Astronauten festgelegt.
Bewertung des VTE‑Risikos
Die Gruppe kam zu dem Ergebnis, dass ein PFO keinen wesentlichen Einfluss auf das Entstehen von VTE hat und daher keine Änderungen der Astronautenauswahl in Bezug auf PFOs erforderlich sind. Das Risiko einer Embolie, die von einer VTE zum arteriellen Kreislauf übergeht, wird als gering eingeschätzt.
Bedeutung von Blasenscores
Ein direkter Zusammenhang zwischen Blasengrößen und dem Auftreten von DCS bei teilweiser Schwerkraft und Mobilität wurde nicht nachgewiesen. Das Minimieren von Gasblasen bleibt wünschenswert, doch die Vorhersagekraft von Blasenscores für DCS bleibt insbesondere bei Mondoperationen unklar.
Medikamentöse Leitlinien
Klare klinische Vorgaben für die medikamentöse Vorbereitung von EVA‑Einsätzen werden gefordert. Insbesondere soll der Einsatz von Aspirin zur DCS‑Prävention und Schmerzbehandlung geregelt werden. Weiterhin wird ein Leitfaden für die Anwendung von Analgetika wie Acetaminophen, Ibuprofen, Naproxen und Celecoxib vor und nach EVAs verlangt, da diese Symptome maskieren können.
Ausblick und weitere Forschung
Die Arbeitsgruppe betont die Notwendigkeit fortlaufender Datenerhebung und -analyse, um die Wirksamkeit der empfohlenen Maßnahmen zu überprüfen. Zukünftige Studien sollen insbesondere die Langzeitwirkungen von PFO‑Schließungen und die Optimierung von Prebreathe‑Protokollen unter lunarer Gravitation untersuchen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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