UN: Erneuerbare Energien verändern das Verständnis von Energiesicherheit
Neues Verständnis von Energiesicherheit
Der Direktor der International Renewable Energy Agency (IRENA), Francesco La Camera, erklärte während der Hochrangigen Woche der Generalversammlung, dass das traditionelle Bild von Energiesicherheit – basierend auf Öl‑ und Gasreserven – einem neuen Ansatz weicht, der Vielfalt, Dezentralisierung und Eigenkontrolle betont.
Rolle der erneuerbaren Energien
Laut La Camera haben Länder mit einem höheren Anteil erneuerbarer Energien die aktuelle Energiekrise, die durch den Nahostkonflikt ausgelöst wurde, besser überstanden. Beispiele seien Spanien, das vergleichsweise wenig betroffen sei, und Norwegen, wo fast die Hälfte des Straßenverkehrs bereits elektrisch betrieben wird.
Wettbewerbsfähigkeit und Kosten
Erneuerbare Energien stellen heute eine der kostengünstigsten Stromquellen dar. IRENA‑Studien zeigen, dass Kombinationen aus erneuerbaren Quellen und Speichertechnologien rund um die Uhr preiswerten Strom liefern können als Gas‑ oder Kernkraft. Der Anteil neuer Stromerzeugungskapazitäten, die jährlich weltweit hinzukommt, liegt zu etwa 90 % bei erneuerbaren Technologien.
Herausforderungen für die Infrastruktur
Der Ausbau von Netzen, die Interkonnektivität, Flexibilität und digitale Steuerung ermöglichen, wird als zentrale Priorität genannt. Zusätzlich müsse ein faireres regulatorisches Umfeld geschaffen werden, da fossile Brennstoffe weiterhin subventioniert werden.
Ausblick und Prioritäten
La Camera betonte, dass die Zielvorgabe von IRENA, bis 2035 den Anteil der Elektrizität am Endenergieverbrauch auf 35 % zu erhöhen („35 by 35“), entscheidend für die bevorstehende COP31 sei. Er forderte die multilateralen Finanzinstitutionen auf, Infrastruktur‑ und Netzausbau stärker zu finanzieren.
Schlussfolgerung
Der Direktor fasste zusammen: „Netz, Netz, Netz – Interkonnektivität, Flexibilität und Ausgleich. Das ist aus meiner Sicht das Dringlichste, worauf wir jetzt reagieren müssen.“
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