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SSRI-Nutzung reduziert 2‑Jahres-Mortalität bei ICI‑Behandlung von Krebspatienten
AI GENERATED 29.09.2026 21:35 Wissenschaft und Forschung

SSRI-Nutzung reduziert 2‑Jahres-Mortalität bei ICI‑Behandlung von Krebspatienten

Eine retrospektive Analyse von mehr als 3.100 erwachsenen Krebspatienten, die zwischen 2015 und 2025 eine Immun‑Checkpoint‑Inhibitor‑Therapie (ICI) erhielten und gleichzeitig an einer depressiven oder Angststörung litten, zeigte einen…

Eine retrospektive Analyse von mehr als 3.100 erwachsenen Krebspatienten, die zwischen 2015 und 2025 eine Immun‑Checkpoint‑Inhibitor‑Therapie (ICI) erhielten und gleichzeitig an einer depressiven oder Angststörung litten, zeigte einen signifikanten Unterschied in der 2‑Jahres‑Überlebensrate zwischen Nutzern von selektiven Serotonin‑Wiederaufnahmehemmern (SSRI) und Nutzern von Benzodiazepinen (BZD).

Studienaufbau und Vergleichsgruppen

Die Untersuchung nutzte das TriNetX‑Netzwerk mit über 187 Millionen elektronischen Patientenakten. Patienten wurden nach dem ersten ICI‑Einsatz in zwei Gruppen eingeteilt: solche mit einer aktiven SSRI‑Verschreibung und solche mit einer BZD‑Verschreibung, wobei die Medikation bis zu 90 Tage vor dem ICI‑Start begonnen haben durfte. Durch Propensity‑Score‑Matching auf 49 Basis‑Variablen wurden 1 567 Paare gebildet, um Unterschiede in Alter, Geschlecht, Tumorart und weiteren klinischen Merkmalen auszugleichen.

Primäres Ergebnis: Gesamtüberleben

In der gematchten Kohorte betrug die 2‑Jahres‑All‑Cause‑Mortalität 23,5 % bei SSRI‑Nutzern im Vergleich zu 34,4 % bei BZD‑Nutzern. Das resultierende Hazard‑Ratio lag bei 0,627 (95 %‑KI [0,549 – 0,716]; p < 0,001), was auf eine um etwa 37 % geringere Sterblichkeitsrate hinweist.

Immunspezifische Nebenwirkungen

Die Analyse von immunbezogenen Nebenwirkungen (irAEs) ergab eine leicht erhöhte Inzidenz bei SSRI‑Nutzern (HR 1,162; 95 %‑KI [1,039 – 1,299]; p = 0,008), vor allem durch vermehrte Schilddrüsenfunktionsstörungen (HR 1,199; 95 %‑KI [1,053 – 1,366]; p = 0,006). Für Hepatitis, Pneumonitis und Kolitis wurden keine signifikanten Unterschiede beobachtet.

Metastasenentwicklung

Neu kodierte Fernmetastasen traten seltener bei SSRI‑Nutzern auf (HR 0,629; 95 %‑KI [0,487 – 0,811]; p < 0,001). Die drei vorab definierten Negativkontrollen – Nephrolithiasis, Cholelithiasis und Katarakt – zeigten keine Assoziation, was die Robustheit der Ergebnisinterpretation unterstützt.

Genexpressionsanalyse im TCGA‑Kollektiv

Unabhängig von der klinischen Kohorte wurde in 8 272 Tumorproben aus dem Cancer Genome Atlas (TCGA) die Expression des Serotonin‑Transporter‑Gens SLC6A4 untersucht. In 13 von 20 Krebsarten bestand eine inverse Korrelation zwischen SLC6A4‑Expression und T‑Zell‑Entzündungsaktivität, ein Muster, das mit den organ‑spezifischen irAEs übereinstimmte.

Limitationen der Studie

Die Autoren betonen, dass das Fehlen von Leistungs‑Status‑Daten (eine wichtige Prognosegröße) sowie unterschiedliche Indikationsstellungen für SSRIs und BZDs potenzielle Residual‑Confounder darstellen. Darüber hinaus beruhen die TCGA‑Ergebnisse auf Bulk‑RNA‑Sequenzierung von Patienten, die nicht mit ICI behandelt wurden, sodass keine Aussage über zelluläre Lokalisation von SLC6A4 möglich ist.

Schlussfolgerungen und Ausblick

Die vorliegende Untersuchung liefert Hinweise darauf, dass die Begleitung einer ICI‑Therapie mit SSRIs mit einer verbesserten Überlebensrate und einer spezifischen Immunaktivierung einhergehen kann. Die Autoren empfehlen, diese Beobachtungen in prospektiven, randomisierten Studien zu prüfen, um die potenzielle Repurposing‑Strategie von SSRIs als Adjuvanz zur Immuntherapie zu validieren.

Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.

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