Eine retrospektive Analyse von 61 Patienten ab 80 Jahren, die zwischen 1999 und 2020 in Japan eine Gastrektomie mit D2‑Lymphknoten‑Dissektion erhielten, ergab, dass postoperative Komplikationen ab Clavien‑Dindo‑Grad III mit einer signifikant schlechteren Gesamt‑ und rezidiv‑freien Überlebensrate verbunden waren.
Studiendesign und Patientenkohorte
Die Untersuchung wurde von einem Forscherteam aus mehreren japanischen Kliniken durchgeführt. Eingeschlossen wurden 61 Patienten, die das 80‑Jahre‑Alter überschritten und zwischen 1999 und 2020 operativ behandelt wurden. Alle Patienten erhielten eine standardisierte D2‑Lymphknoten‑Dissektion im Rahmen der Gastrektomie.
Klassifikation der Komplikationen
Postoperative Komplikationen wurden nach der Clavien‑Dindo‑Skala eingeteilt. Patienten ohne Komplikationen oder mit Komplikationen bis Grad II bildeten die Gruppe „keine oder geringfügige Komplikationen“, während Patienten mit Komplikationen ab Grad III der Gruppe „schwere Komplikationen“ zugeordnet wurden.
Ergebnisse zu Komplikationsrate und Hospitalisierung
Insgesamt entwickelten 24 Patienten (39,3 %) postoperative Komplikationen, davon 8 Patienten (13,1 %) mit schweren Verläufen. Die Gruppe mit schweren Komplikationen verzeichnete eine signifikant verlängerte post‑operative Verweildauer im Krankenhaus, während andere Ausgangsmerkmale zwischen den Gruppen vergleichbar waren.
Überlebensanalyse
Die Kaplan‑Meier‑Analyse zeigte einen Trend zu einer schlechteren Gesamtüberlebensrate (OS) in der Gruppe mit schweren Komplikationen (P = 0,063). Die rezidiv‑freie Überlebensrate (RFS) war dort signifikant reduziert (P = 0,004). In einer multivariaten Analyse blieb das Vorhandensein von Komplikationen ab Grad III ein unabhängiger Risikofaktor für ein schlechteres OS (Hazard Ratio = 2,51; 95 %‑KI 1,01–6,24; P = 0,049).
Subgruppenanalyse ohne makroskopischen Typ 4
Ein separater Vergleich von Patienten ohne makroskopischen Tumortyp 4 bestätigte die signifikante Verschlechterung der Gesamtüberlebensrate in der Gruppe mit schweren Komplikationen (P = 0,036), was die Robustheit des Zusammenhangs unterstreicht.
Schlussfolgerungen und Ausblick
Die Studie belegt, dass postoperative Komplikationen ab Clavien‑Dindo‑Grad III die Überlebenschancen von Patienten ab 80 Jahren mit Magenkrebs negativ beeinflussen. Die Autoren fordern größere, prospektive Studien, um die Befunde zu bestätigen und Therapieansätze für diese alternde Patientengruppe zu optimieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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