Ein aktueller Bericht der Vereinten Nationen beschreibt, dass in Libanon ein erheblicher Teil der Kinder nicht ausreichend mit Nahrung versorgt werden kann und in vielen Haushalten das Wasser knapp ist. Die Angaben stammen aus einer Mitteilung der UN‑Kinderhilfsorganisation, die am 30. September 2026 veröffentlicht wurde.
Hunger und Trinkwassermangel
Laut UNICEF gehen in mindestens einem von fünf Haushalten Kinder hungrig ins Bett. Parallel dazu fehlt in einem ähnlichen Umfang ausreichend Trinkwasser, was die Grundversorgung weiter erschwert.
Psychische Belastungen
Der UNICEF‑Vertreter für Libanon, Marcoluigi Corsi, betont, dass rund 770 000 Kinder in den vergangenen sechs Monaten psychische Belastungen erfahren haben. Mehr als die Hälfte der befragten Haushalte berichtete von einer Verschlechterung des emotionalen Befindens ihrer Kinder, und 63 % nannten Angstzustände als häufiges Problem.
Bildung und Kinderarbeit
Finanzielle Engpässe führen dazu, dass 46 % der Familien ihre Ausgaben für Bildung reduzieren und 17 % ihrer Kinder die Schule verlassen haben. Zudem arbeiten 14 % der befragten Kinder, was mehr als das Doppelte des Anteils im Januar 2025 ausmacht. Insgesamt sind 436 Schulen beschädigt oder zerstört, wodurch etwa 100 000 Kinder den Zugang zu Unterrichtseinrichtungen verlieren.
Verletzte und getötete Kinder
Seit dem 2. März 2026 wurden mindestens 261 Kinder getötet und 1 056 weitere verletzt – ein durchschnittlicher Tageswert von sieben betroffenen Kindern. Von den verletzten Kindern leben rund 12 % mit dauerhaften Behinderungen.
Vertreibung und Wohnungsnot
Von über einer Million Binnenvertriebenen haben nach wie vor rund 330 000 keinen sicheren Ort zum Zurückkehren, weil die südlichen Regionen weiterhin von militärischen Aktionen betroffen sind. 83 % der vertriebenen Familien geben an, nicht zu wissen, wann sie ihre Häuser wieder beziehen können.
Humanitäre Maßnahmen
UNICEF hat seit Januar 2026 die medizinische Versorgung von verletzten Kindern ausgebaut, Lieferungen an Notunterkünfte und Gesundheitseinrichtungen verstärkt und Programme zur Stärkung nationaler Systeme für Kinder unterstützt.
Ausblick
Die Organisation warnt, dass ohne sofortige und nachhaltige Unterstützung eine ganze Generation von Kindern langfristig unter den Folgen der Krise leiden könnte. Der Fokus liege auf dem Schutz von Gesundheit, Bildung und psychosozialer Unterstützung, um den Wiederaufbau zu ermöglichen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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