UNHCR äußert Bedenken zu Rückführungen
Die UN-Flüchtlingsagentur UNHCR hat am 30. September 2026 Bedenken geäußert, nachdem Malaysia 1 476 Personen nach Myanmar zurückgeführt hat. Die Rückkehr erfolgt inmitten eines anhaltenden Bürgerkriegs und einer schweren Menschenrechtslage im Zielstaat.
Statement von Edem Wosornu
Edem Wosornu, Assistant High Commissioner for Protection bei UNHCR, erklärte: „Wir sind besorgt über diese Rückführungen, da Rückkehrer in Myanmar ernsthaften Risiken ausgesetzt sein können und einige möglicherweise internationalen Schutz benötigen.“
Umstrittene Freiwilligkeit der Rückkehr
Malaysische Behörden bezeichneten den Vorgang als freiwillig, doch UNHCR wies darauf hin, dass die Betroffenen zuvor in Einwanderungsverwahrung festgehalten wurden. Das wirft Fragen nach einer wirklich freien und informierten Entscheidung auf.
Hintergrund der Rohingya‑Krise
Die zurückgeführten Personen gehören überwiegend zur muslimischen Minderheit Rohingya, die seit dem Militärputsch 2021 und einer großangelegten Militäraktion 2017 in Myanmar verfolgt wird. Mehr als eine Million Rohingya leben heute in Cox’s Bazar, Bangladesch.
Geforderte Schutzmaßnahmen
UNHCR erkennt Malaysias souveräne Verantwortung für Asyl- und Migrationspolitik an, fordert jedoch robuste Schutzvorkehrungen: individuelle Risiko‑ und Schutzprüfungen, freiwillige Entscheidungen außerhalb von Haft, und ein Verbot der Rückkehr in Länder, in denen Verfolgung, Folter oder andere schwere Bedrohungen drohen.
Aufruf zu internationaler Unterstützung
Solange die Lage in Myanmar nicht sicher ist, betont UNHCR, müssen Staaten weiterhin Asyl gewähren und ihre internationalen Schutzpflichten erfüllen. Die Agentur ruft zu verstärkter regionaler und globaler Unterstützung für eine politische Lösung und das Ende der Kampfhandlungen auf.
Weitere Gewalt in Rakhine
Parallel berichtete UN Emergency Relief Coordinator Tom Fletcher über einen Luftangriff auf einen Markt in Rakhine, bei dem Dutzende verletzt wurden. UN‑Sekretär‑General António Guterres verurteilte den Angriff und forderte die Verantwortlichen zur Rechenschaft.
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