Eruption und Luftverkehr
Als der Anak Krakatau am 4. September ausbrach, wurden mehr als tausend Flüge gestrichen und zahlreiche Passagiere gestrandet, weil Asche und Schwefeldioxid die Triebwerke beschädigen und die Sicht der Piloten einschränken können.
EarthCARE-Instrumentierung
Der Satellit EarthCARE, der primär zur Untersuchung von Wolken und Aerosolen entwickelt wurde, nutzte sein atmosphärisches Lidar (ATL ID), das Cloud‑Profiling‑Radar (CPR), den Multispektral‑Imager (MSI) und das Breitband‑Radiometer (BBR), um vertikale Profile des Vulkanschleiers zu erfassen.
Plume‑Charakterisierung
Die MSI‑Aufnahmen zeigten die Asche in violett und das Schwefeldioxid in leuchtendem Grün. Das ATL ID‑Lidar lieferte Schichten von feinem und dickem Sulfat, feiner Asche sowie einer markanten Schicht aus grober Asche. In einem Bereich, in dem das Lidar nicht eindringen konnte, fehlte die Radar‑Sensitivität für feine Partikel.
Expertenmeinungen
Robin Hogan vom European Centre for Medium‑Range Weather Forecasts erklärte, das CPR dank seiner langen Wellenlänge große Partikel erfasse, während das Lidar kleinere Partikel detektiere. Helen Dacre von der University of Reading betonte, dass die Beobachtungen Hinweise darauf geben, dass große Aschepartikel länger in der Luft bleiben und weiter transportiert werden können. Andy Prata vom Australian Bureau of Meteorology bestätigte, dass die ATL ID‑Daten die Vorhersage der West‑bewegenden Wolke in 15 km Höhe verifiziert haben. Shannon Mason (ECMWF) und Alex Hoffmann (ESA) wiesen darauf hin, dass die vertikale Struktur des Plumes für die Flugberatung und für das Verständnis langfristiger Klimaauswirkungen entscheidend sei.
Implikationen für Luftfahrt und Klima
Die Kombination aus Lidar‑ und Radar‑Messungen ermöglichte es den Volcanic Ash Advisory Centres, die Höhe und Zusammensetzung des Plumes präzise zu bestimmen und damit Flugverbote gezielt zu setzen. Gleichzeitig liefert die Messung der Sulfat‑ und Ascheschichten wichtige Daten für Modelle, die den Einfluss von Vulkanausbrüchen auf die Strahlungsbilanz und das globale Klima bewerten.
Zukünftige Nutzung
Die Erfahrung aus dem Anak‑Krakatau‑Ereignis wird künftig in der Beobachtung anderer Vulkane, etwa des Mount Ruang im Jahr 2024, genutzt, um globale Transportprozesse von Stratosphären‑Aerosolen besser zu verstehen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von European Space Agency, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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