Die Europäische Zentralbank hat auf der 17. FMA‑Supervisorkonferenz in Wien am 6. Oktober 2026 dargelegt, dass die Vereinfachung von Aufsichtsprozessen und deren Wirksamkeit nicht im Widerspruch zueinander stehen. Ziel sei, Aufsicht stärker auf wesentliche Risiken zu konzentrieren, die Effizienz zu steigern und zeitnahe Verbesserungen bei Banken mit festgestellten Schwächen zu erzielen.
Strategische Ausrichtung
Nach Angaben des Vize‑Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Frank Elderson, soll die Aufsicht künftig materialbezogene Risiken mit höherer Risikobereitschaft adressieren und dabei gezieltere Dialoge mit den Banken führen. Durch die Fokussierung auf wesentliche Risiken könne die Aufsicht gleichzeitig die Komplexität für die Institute reduzieren.
Gestufter Ansatz für Aufsichtsmaßnahmen
Im Jahr 2025 hat die EZB ein gestuftes Verfahren eingeführt, das die Schwere von Aufsichts‑ und Maßnahmen‑Funden differenziert. Zu diesem Zeitpunkt belief sich das Gesamtvolumen offener Maßnahmen auf rund 12 000, was durchschnittlich etwa 100 Maßnahmen pro bedeutender Bank entspricht. Niedrig‑schwere Funde (F1) werden künftig als reine Beobachtungen kommuniziert, während F2‑Funde proportionaler behandelt und bei Bedarf geschlossen werden.
Escalations‑Ladder und Werkzeuge
Wenn materialschwache Stellen nicht rechtzeitig behoben werden, greift die EZB auf eine Eskalations‑Ladder zurück, die von verstärkten Risiko‑Kapitalanforderungen bis hin zu Geschäfts‑einschränkungen und periodischen Strafzahlungen reicht. Jedes Instrument werde proportional zur Schwere und Persistenz des Problems eingesetzt.
Erste Erfolge
Im Jahr 2025 wurden 1 200 mehr Maßnahmen geschlossen, als neu geschaffen wurden. Im ersten Halbjahr 2026 sank das Gesamtvolumen der offenen Maßnahmen um weitere 600. Diese Zahlen belegen, dass das gestufte Verfahren bereits zu einer Reduktion des Aufsichts‑engagements führt.
Ausblick: Refokussierung im Oktober
Die EZB plant, Mitte Oktober einen Refokussierungs‑Workshop zu
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