USA: Studie zu Faktoren der Nichtteilnahme an Nachsorgeuntersuchungen nach der Geburt
Eine aktuelle Untersuchung hat ergeben, dass 27.0 % der in einem südkarolinischen Förderprogramm eingeschriebenen, einkommensschwachen Mütter innerhalb von zwölf Wochen nach der Entbindung keine Nachsorgeuntersuchung wahrnahmen. Die Analyse basierte auf Daten von 671 Teilnehmerinnen, die zwischen 2019 und 2024 im South Carolina Midlands Healthy Start Program betreut wurden.
Hintergrund und Zielsetzung
Postpartale Versorgung ist entscheidend für die frühzeitige Erkennung von schwangerschaftsbezogenen Komplikationen. Die Studie verfolgte das Ziel, mithilfe des Andersen‑Modells für die Nutzung von Gesundheitsdiensten die Determinanten der Nichtteilnahme an Nachsorgeuntersuchungen bei Frauen mit geringem Einkommen zu identifizieren.
Methodik und Stichprobe
Die Forschenden setzten multiple logistische Regressionsmodelle ein, um Zusammenhänge zwischen soziodemografischen Merkmalen, familiärer Unterstützung und erlebter Diskriminierung sowie dem Besuch einer Nachsorgeuntersuchung zu prüfen. Die Stichprobe bestand zu 87.5 % aus nicht‑hispanisch Schwarzen und zu 90.9 % aus Medicaid‑Beziehern.
Ergebnisse: Soziodemografische Faktoren
Im Vergleich zu nicht‑hispanisch Weißen wiesen nicht‑hispanisch Schwarze (adjustierter Odds‑Ratio = 0.48; 95 %‑KI = 0.25‑0.94) und Hispanische (AOR = 0.12; 95 %‑KI = 0.02‑0.66) geringere Chancen auf Nichtteilnahme, was auf höhere Teilnahmeraten in diesen Gruppen hinweist. Frauen mit höchstens einem High‑School‑Abschluss oder GED hatten hingegen höhere Nichtteilnahmeraten (AOR = 1.83; 95 %‑KI = 1.23‑2.71).
Ergebnisse: Soziale Unterstützung und Diskriminierung
Fehlende Partnerbeteiligung erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer Nichtteilnahme (AOR = 1.95; 95 %‑KI = 1.14‑3.32). Zudem war häufig erlebte Diskriminierung, gemessen mit der Everyday Discrimination Scale, mit einem Anstieg der Nichtteilnahmerate verbunden (AOR = 2.79; 95 %‑KI = 1.22‑6.38).
Interpretation und Implikationen
Die Befunde deuten darauf hin, dass neben ethnischer Zugehörigkeit und Bildungsstand auch familiäre Unterstützung sowie erlebte Diskriminierung entscheidende Einflussfaktoren für die Inanspruchnahme postpartaler Versorgung darstellen. Programme, die gezielt Partner einbinden und Diskriminierung adressieren, könnten die Teilnahmequoten erhöhen.
Einschränkungen und Ausblick
Die Studie beschränkt sich auf eine regionale Kohorte und kann nicht ohne Weiteres auf andere Bundesstaaten übertragen werden. Zukünftige Forschung sollte die Wirksamkeit spezifischer Interventionsstrategien in unterschiedlichen Kontexten prüfen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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