[Land]: Polnische Studenten zeigen moderaten Stress und hohe Resilienz – Untersuchung von Coping-Strategien
Eine aktuelle Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen wahrgenommenem Stress, bevorzugten Bewältigungsstrategien und psychologischer Resilienz bei 607 polnischen Studenten. Der Fokus lag darauf, zu prüfen, ob Resilienz die Beziehung zwischen Bewältigungsstrategien und Stressintensität moderiert. Die Stichprobe umfasste überwiegend Medizinstudenten (61,72 %).
Methodik
Die Forschenden setzten den Perceived Stress Scale (PSS‑10), das Mini‑COPE‑Inventar, die Resilience Scale (SPP‑25) sowie einen eigens entwickelten Fragebogen zur Erfassung soziodemografischer Daten ein. Alle Messinstrumente wurden in polnischer Sprache validiert und online administriert.
Stressniveau
Die Befragten wiesen ein mittleres Stressniveau auf (M = 22,54; SD = 7,04). Dieses Ergebnis liegt im erwarteten Bereich für Studierende während des Semesters und spiegelt die Belastungen des Hochschulalltags wider.
Bevorzugte Bewältigungsstrategien
Unter den erfassten Strategien wurden Akzeptanz (M = 1,94) und aktives Handeln (M = 1,85) am häufigsten genannt. Religiöse Bewältigung und Hilflosigkeit wurden am seltensten gewählt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die meisten Studenten proaktive und akzeptierende Ansätze bevorzugen.
Resilienz als persönlicher Faktor
Die durchschnittliche Resilienz lag bei M = 59,39 (SD = 15,37), was als moderat hoch einzustufen ist. Persönliche Ressourcen wie Offenheit für neue Erfahrungen und Sinn für Humor erzielten die höchsten Werte.
Moderationseffekte
Interaktionseffekte zwischen Resilienz und den einzelnen Bewältigungsstrategien erreichten selten statistische Signifikanz. Die Analyse zeigte, dass Resilienz nicht durchgängig als Moderator wirkt, sondern nur in ausgewählten Funktionsbereichen eine Rolle spielt.
Implikationen für Interventionen
Die Autoren schließen, dass psychologische Interventionen verstärkt auf die Förderung aktiver Bewältigungsstrategien und den Ausbau der Resilienz abzielen sollten, um die negativen Folgen akademischen Stresses abzuschwächen.
Schlussfolgerungen
Die Studie liefert ein differenziertes Bild von Stress, Coping und Resilienz bei polnischen Studenten. Obwohl Resilienz ein wichtiger Schutzfaktor ist, variiert ihre moderierende Wirkung, was gezielte Fördermaßnahmen erforderlich macht.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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