UN: UNAMA meldet Verhaftungen von Frauen wegen Kleidungsvorschriften in Afghanistan
Kernereignis
Die UN-Missionsleitung in Afghanistan (UNAMA) hat bestätigt, dass zwischen Juli und September mindestens 52 Frauen und ein Mädchen in den Städten Herat und Kabul wegen angeblicher Verstöße gegen die vor Ort geltenden Kleidervorschriften festgenommen oder in Gewahrsam genommen wurden. Weitere Frauen sollen von einer Verhaftung bedroht sein, wobei die tatsächliche Zahl laut Mission aufgrund von Angst und Stigmatisierung höher liegen könnte.
Umfang der Maßnahmen
Die Festnahmen betrafen Frauen, die keinen Chador trugen, sichtbare Haare hatten, bunte Kopftücher oder Make‑Up trugen oder sich ohne männliche Begleitung (Mahram) in der Öffentlichkeit aufhielten. Die Betroffenen wurden nach mehreren Stunden wieder freigelassen, berichtete UNAMA.
Reaktion der UN
UNAMA betonte, dass verbale Beschimpfungen, körperliche Gewalt und Drohungen gegen Frauen, darunter auch Ladenbesitzerinnen, die Grundrechte auf Bewegungsfreiheit, Meinungsäußerung und persönliche Autonomie verletzen. Die Mission forderte die de‑facto‑Behörden auf, diskriminierende Durchsetzungspraktiken einzustellen und die Menschenrechte sowie die Würde aller Afghaninnen und Afghanen zu respektieren.
Hintergrund der Beschränkungen
Seit der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 seien die Rechte von Frauen und Mädchen stark eingeschränkt worden, was den Zugang zu weiterführender Bildung, Erwerbstätigkeit und öffentlicher Präsenz erheblich begrenze. Die aktuellen Verhaftungen seien Teil einer fortgesetzten Durchsetzung der strengen Kleidervorschriften, die von den Taliban als verbindlich angesehen werden.
Rückkehrende Flüchtlinge
Gleichzeitig veröffentlichte die Internationale Organisation für Migration (IOM) neue Daten zu fast 6,5 Millionen Afghan*innen, die seit 2023 aus dem Iran und Pakistan zurückgekehrt sind. Laut IOM besitzen 53 % der Rückkehrer ab 14 Jahren keinen Schulabschluss, 69 % waren in den 30 Tagen vor der Befragung nicht beschäftigt, und 58 % lebten in Übergangsunterkünften mit unzureichendem Wohnraum.
Bedarf an Unterstützung
Die IOM‑Studie unterstreicht, dass nachhaltige Hilfe über die Ankunft hinaus erforderlich sei, insbesondere in den Bereichen Erwerbsmöglichkeiten, sichere Unterkünfte, Dokumentationsunterstützung und grundlegende Dienstleistungen für Rückkehrer und Aufnahmegemeinschaften. Die Organisation fordert Investitionen in langfristige Lösungen, um Stabilität und soziale Kohäsion zu fördern.
Ausblick
UNAMA und die IOM betonen die Notwendigkeit, sowohl die Rechte von Frauen und Mädchen zu schützen als auch die humanitären Bedürfnisse der zurückkehrenden Bevölkerung zu adressieren, um die Grundlagen für ein friedliches und inklusives Afghanistan zu stärken.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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