Eine Studie mit 60 gesunden Erwachsenen untersuchte, wie kognitive Belastung durch Trivia‑Fragen und anodal transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) über dem linken dorsolateralen präfrontalen Kortex (DLPFC) das erfahrungsbasierte Entscheidungsverhalten beeinflussen.
Versuchsdesign und Durchführung
Die Autoren setzten ein 2 × 2‑between‑subjects‑Design ein, das die Faktoren Stimulation (anodale tDCS vs. Sham) und kognitive Belastung (Trivia‑Belastung vs. Kontrollbedingung ohne Trivia) kreuzte. Jeder Teilnehmer traf 50 Entscheidungen, die eine sichere Option, eine probabilistische Hoch‑Reward‑Option und eine kostenintensive Informationssuche kombinierten.
Hauptergebnisse zu Reaktionszeit und Risikoverhalten
Die Analyse zeigte, dass die Trivia‑Belastung die Reaktionszeit verlängerte und das riskante Wahlverhalten reduzierte. Anodale tDCS erhöhte hingegen die Neigung zu riskanten Entscheidungen, das Informationssuchverhalten und die Wechselhäufigkeit zwischen Wahltypen, ohne die Reaktionszeit signifikant zu verändern.
Interaktionseffekte zwischen Stimulation und Belastung
Signifikante Interaktionen zwischen Stimulation und kognitiver Belastung traten für das Informationssuchverhalten und die Wechselhäufigkeit auf, was darauf hindeutet, dass die Belastungswirkung unter anodalem tDCS anders ausfällt als unter Sham. Für Reaktionszeit und riskantes Wahlverhalten waren keine signifikanten Interaktionen zu beobachten.
Ergänzende Analysen zu Belastungsintensität
Innerhalb der Trivia‑Belastungsgruppe wurden niedrige und hohe Belastungslevel verglichen. Höhere Belastungslevel führten zu längeren Entscheidungszeiten, jedoch ohne messbare Effekte auf die Wahlresultate auf Trial‑Ebene.
Schlussfolgerungen
Die Befunde zeigen, dass kognitive Belastung und anodale DLPFC‑Stimulation outcome‑spezifische und teilweise kontextabhängige Effekte auf erfahrungsbasiertes Entscheidungsverhalten haben. Die Ergebnisse deuten sowohl auf additive als auch auf interaktive Wirkmechanismen hin.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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