Eine aktuelle systematische Übersicht hat die Verbreitung von Norovirus und Rotavirus bei Kindern unter fünf Jahren in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs) untersucht und dabei einen kombinierten Prävalenzwert von 18 % (95 % KI: 15–21 %) ermittelt.
Hintergrund
Norovirus und Rotavirus gelten weltweit als führende virale Auslöser akuter Durchfallerkrankungen. Die Studie zielte darauf ab, vorhandene Daten zur Prävalenz und zu den zirkulierenden Genotypen nach Einführung von Rotavirus‑Impfungen zusammenzufassen.
Methodik
Forscher durchsuchten zwischen dem 20. und 28. Februar 2026 fünf Datenbanken (PubMed, Scopus, ScienceDirect, Embase, Web of Science). Zwei unabhängige Prüfer führten Duplikats‑, Titel‑ und Abstract‑ sowie Volltext‑Screenings durch. Die statistische Auswertung erfolgte mit STATA 17, wobei ein Random‑Effects‑Modell zur Berechnung gepoolter Prävalenzen verwendet wurde.
Ergebnisse – Gesamtprävalenz
Insgesamt wurden 35 704 Kinder mit Durchfallerkrankungen aus den ausgewählten Studien berücksichtigt. Rotavirus zeigte mit 24 % (95 % KI: 19,6–28,3 %) eine höhere gepoolte Prävalenz als Norovirus mit 13 % (95 % KI: 11–15 %).
Norovirus‑Genotypen
Der Genotyp GII dominierte mit 76 % aller Norovirus‑Fälle, wobei das Subgenotyp GII.4 mit 53 % am häufigsten auftrat. Der Genotyp GI machte 23 % der Fälle aus.
Rotavirus‑Genotypen
Bei Rotavirus waren die Genotypen G3[P8] (39 %) und G1[P8] (17 %) am häufigsten vertreten.
Statistische Bewertung
Die Analysen zeigten eine erhebliche Heterogenität zwischen den Studien (I² = 98,72 %, p < 0,001). Sowohl grafische (Funnel‑Plots) als auch statistische Tests wurden eingesetzt, um Publikationsbias zu prüfen.
Bedeutung für die öffentliche Gesundheit
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass trotz Impfprogrammen ein erheblicher Anteil von Kindern in LMICs weiterhin von diesen Viren betroffen ist. Die dominierenden Genotypen sollten bei der Weiterentwicklung von Impfstoffen berücksichtigt werden.
Einschränkungen
Die Studie basierte auf veröffentlichten Daten, wodurch potenzielle Verzerrungen durch nicht publizierte Studien nicht ausgeschlossen werden können.
Fazit
Norovirus und Rotavirus bleiben bedeutende Erreger von Durchfallerkrankungen bei Kindern unter fünf in LMICs. Eine verstärkte Überwachung und die Integration aktueller Genotyp‑Informationen in Impfstrategien werden empfohlen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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