Einleitung
Eine groß angelegte retrospektive Untersuchung hat die Häufigkeit der Blutgruppen‑ABO und des RhD‑Faktors bei Patienten, kalifornischen Blutspendern und US‑Blutspendern ermittelt. Die Analyse umfasst 467.748 Patienten, 719.211 kalifornische Spender und 7.449.831 US‑Spender, die im Zeitraum von fünf Jahren ABO‑ und RhD‑Typisierungen unterzogen wurden. Die Ergebnisse zeigen signifikante Unterschiede zwischen Patienten‑ und Spenderpopulationen.
Studiendesign
Die Studie wurde an fünf akademischen medizinischen Zentren in Kalifornien sowie einem nationalen Blutspendedienst durchgeführt. Alle verfügbaren ABO‑ und RhD‑Daten der genannten Gruppen wurden retrospektiv ausgewertet, um demografische Merkmale sowie Blutgruppenzusammensetzungen zu charakterisieren und zu vergleichen.
Ergebnisse: ABO‑Verteilung
Bei den Patienten entfiel Gruppe O auf 46,2 %, Gruppe A auf 35,8 %, Gruppe B auf 14,1 % und Gruppe AB auf 3,9 %. Kalifornische Spender wiesen 50,8 % Gruppe O, 32,1 % Gruppe A, 13,0 % Gruppe B und 4,1 % Gruppe AB auf. US‑Spender zeigten 48,8 % Gruppe O, 36,0 % Gruppe A, 11,3 % Gruppe B und 3,9 % Gruppe AB. Damit liegt die O‑Rate bei Patienten unter der von Spendern, während die A‑Rate bei US‑Spendern leicht höher ist als bei Patienten.
Ergebnisse: RhD‑Status
Der Anteil RhD‑positiver Personen betrug bei Patienten 90,0 %, bei kalifornischen Spendern 88,4 % und bei US‑Spendern 83,0 %. Der Unterschied zwischen Patienten und Spendern ist besonders im nationalen US‑Spenderpool ausgeprägt.
Demografische Unterschiede
Die Analyse ergab, dass die ABO‑ und RhD‑Verteilungen innerhalb der Patientengruppe signifikant nach Standort, Altersgruppe und Geschlecht variierten. Diese Variation war bei den Spenderpopulationen weniger stark ausgeprägt, was auf unterschiedliche Rekrutierungs- und Auswahlkriterien hindeutet.
Bedeutung für das Blutspendenmanagement
Die festgestellten Diskrepanzen zwischen Patienten‑ und Spenderprofilen können Auswirkungen auf die Planung von Blutvorräten, die Rekrutierung neuer Spender und die Entwicklung von Richtlinien zur Blutversorgung haben. Ein besseres Verständnis der jeweiligen Häufigkeiten unterstützt eine gezielte Anpassung von Beschaffungsstrategien.
Schlussfolgerungen
Die Studie liefert aktuelle, umfangreiche Daten zur ABO‑ und RhD‑Verteilung in einer großen US‑Patientenkohorte sowie in regionalen und nationalen Spendergruppen. Die signifikanten Unterschiede zwischen Patienten und Spendern deuten auf ein mögliches Missverhältnis hin, das weiter untersucht werden sollte, um die Versorgungssicherheit zu optimieren.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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