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ADAC unterstützt befristete Energiesteuersenkung, fordert zusätzliche Stromsteuersenkung
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AI GENERATED 20.04.2026 • 21:33 Politik und Gesellschaft

ADAC unterstützt befristete Energiesteuersenkung, fordert zusätzliche Stromsteuersenkung

Kernpunkte der Anhörung

Der kommissarische Verkehrspräsident des ADAC, Karsten Schulze, befürwortete die von der Regierungskoalition geplante befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel zum 1. Mai und schlug gleichzeitig eine Senkung der Stromsteuer auf das EU‑Minimum vor. In seiner Aussage betonte er die Notwendigkeit schneller Entlastungen für die Bevölkerung.

Gesetzesvorhaben

Im Rahmen der Anhörung wurden mehrere Gesetzentwürfe diskutiert: Eine Reduktion der Mineralölsteuer um 14,04 Cent pro Liter für den Zeitraum vom 1. Mai bis 31. Juni, ein Gesetzentwurf der Grünen zur Senkung der Stromsteuer auf das EU‑Minimum sowie Anträge der AfD zur Erhöhung der Entfernungspauschale auf 50 Cent pro Kilometer und zum Verzicht auf eine Übergewinnsteuer.

Stimmen aus Wissenschaft und Forschung

Der Wissenschaftler Sebastian Dullien, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans‑Böckler‑Stiftung, begrüßte den Tankrabatt als Sofortmaßnahme, wies jedoch darauf hin, dass sozial ärmere Haushalte besser über eine Mehrwertsteuersenkung bei Lebensmitteln erreicht würden. Er forderte zudem die Prüfung weiterer preisdämpfender Maßnahmen wie eine Stromsteuersenkung und niedrigere Netzentgelte, falls die hohen Energiepreise über Juni 2026 hinaus anhalten.

Der RWTH‑Professor Aaron Praktiknjo, Inhaber des Lehrstuhls für Energiesystemökonomik, unterstützte die Idee einer Stromsteuersenkung, weil sie die Elektrifizierung von Mobilität und Heizung fördere und gleichzeitig die Nachfrage nach fossilen Kraftstoffen reduziere. Er schätzte, dass die befristete Senkung der Spritpreise um 17 Cent nur zu einer Preisweitergabe von zwei bis vier Cent an die Anbieter führen würde.

Sozialpolitische Einschätzungen

Yasmin Sitarek, Leiterin des Referats sozialverträgliche Klimapolitik beim VdK Deutschland, kritisierte die Verteilungseffekte: Während obere Einkommensgruppen im Schnitt zwölf Euro pro Monat entlastet würden, profitieren untere Gruppen nur mit drei Euro. Fritz Söllner, Professor für Volkswirtschaftslehre an der TU Ilmenau, bemängelte, dass die Energiesteuer auf Heizöl und Gas nicht gesenkt werde, und forderte eine deutlich höhere Entfernungspauschale als die von der AfD geplanten 50 Cent.

Positionen von Steuerzahlerbund und Industrie

Daniela Karbe‑Geßler, Bundesgeschäftsführerin des Bundes der Steuerzahler, sprach sich für eine Erhöhung der Pendlerpauschale auf 45 Cent aus und verwies auf Urteile des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesfinanzhofs, die die steuerliche Abzugsfähigkeit von Fahrtkosten bekräftigen.

Christian Küchen, Vorstand des Verbands Fuels und Energie, erklärte, dass die Steuer bereits vor dem Tanken fällig werde, wenn die Kraftstoffe von den Raffinerien ausgeliefert würden. Er forderte zudem eine Senkung der Steuersätze für erneuerbare Kraftstoffe auf das Niveau des EU‑Kommissionsvorschlags von 2021.

Nils Hindersmann, Vertreter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie, berichtete von finanziellen Belastungen in den Raffinerien, die teils negative Margen aufweisen und gleichzeitig die Transformation zu erneuerbaren MolekĂĽlen stemmen mĂĽssen.

Auswirkungen auf Logistik und weitere Kritik

Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des DSLV Bundesverbandes Spedition und Logistik, schilderte den erheblichen wirtschaftlichen Druck auf die Logistikbranche und den drastischen Einbruch der Gewinnmargen, insbesondere bei kleinen Unternehmen im Straßengüterverkehr.

Der Ökonom Thorsten Polleit, vorgeschlagen von der AfD‑Fraktion, kritisierte die Priorisierung klimapolitischer Ziele gegenüber Wachstums‑ und Beschäftigungszielen und warnte vor einer Verarmungsdynamik in Deutschland.

Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).

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