International: Äthiopien stärkt Blutspende- und Hornhauttransplantationssystem am Welttag der Blutspende
Feier zum Welttag der Blutspende
Am 14. Juni 2026 fand in Addis Abeba, im Skylight Hotel, die nationale Feier zum Welttag der Blutspende statt. Unter dem Motto „Ein Akt der Menschlichkeit rettet ein Leben und schenkt Licht“ versammelten sich Spender, Spendervereine, Angehörige von Hornhautspendern, Gesundheitsexperten, Regierungsvertreter, EntwicklungsÂpartner und Vertreter von Gemeinschaften, um die Wirkung freiwilliger Spenden zu wĂĽrdigen.
Aussagen von WHO‑Vertretern
Dr. Bejoy Nambiar, Leiter für Gesundheitssysteme und -dienste bei WHO Äthiopien, betonte, dass Blutspende ein klarer Ausdruck menschlicher Solidarität sei: „Ein Spender gibt, ein anderer lebt.“ Er hob hervor, dass sich hinter jeder Einheit gespendeten Blutes eine Geschichte von Hoffnung und Mitgefühl verberge und dass sich sichere Blutversorgung nicht maschinell herstellen lasse, sondern von Menschen und funktionierenden Systemen abhänge.
Medizinische Bedeutung von Blutspenden
Bluttransfusionen seien nach Dr. Nambiar unverzichtbar für gebärende Personen mit lebensbedrohlichen Blutungen, für Patienten mit schwerer Anämie, für chirurgische Eingriffe, für Krebspatienten und für Opfer von Unfällen, Katastrophen oder Konflikten. „Ein rechtzeitiger Zugang zu sicherem Blut kann über Leben und Tod entscheiden“, so der WHO‑Vertreter.
Hornhautspenden und deren Wirkung
Im Rahmen der Veranstaltung wurden Familien geehrt, die nach dem Verlust eines Angehörigen einer Hornhautspende zugestimmt hatten. Durch diese Entscheidung erhalten Empfänger die wertvolle Möglichkeit, wieder zu sehen, zur Arbeit, zur Schule und zum Familienleben zurückzukehren. Die Ehrung verdeutlichte, wie ein einzelner Akt das Leben mehrerer Menschen nachhaltig verändern kann.
Staatliche Verpflichtungen
H.E. Dr. Dereje Duguma, Staatsminister für Gesundheit, bekräftigte das Engagement Äthiopiens, allen Patientinnen und Patienten, die Blut benötigen, einen sicheren und zeitnahen Zugang zu gewährleisten. Er verwies darauf, dass Blut, Gewebe und Transplantationsdienste künftig unter einem koordinierten nationalen System zusammengeführt werden, um ein stärkeres und gerechteres Fundament für die Gesundheit aller Bürger zu schaffen.
Statistiken und Fortschritte
Nach Angaben von Dr. Ashenafi Tazebew, Generaldirektor des Ethiopian Blood and Tissue Bank Service, stammen fast 99 % aller Blutspenden in Äthiopien aus freiwilliger, nicht entlohnter Spende. Jährlich werden über 420 000 Einheiten über ein landesweites Netzwerk von Blutbanken gesammelt. Diese Zahlen spiegeln den Erfolg einer modernen, auf Freiwilligkeit beruhenden Blutversorgung wider.
Weiterentwicklungen und Herausforderungen
Äthiopien beteiligt sich an der WHO‑Initiative „Achilles“, die die Qualität von Plasma verbessert und den Zugang zu plasma‑basierten Arzneimitteln erweitert. Zudem wurde das nationale Blutsystem mit dem WHO‑Selbstbewertungstool umfassend analysiert, um Prioritäten für zukünftige Investitionen zu bestimmen. Trotz der Fortschritte bleibt der tägliche Bedarf an sicherem Blut hoch, weshalb kontinuierliche Spendenbereitschaft von entscheidender Bedeutung ist.
Ausblick
Im Rahmen der globalen Kampagne ermutigt die WHO‑Initiative „Drop Your Drop“ Menschen weltweit, sich für Blutspende zu engagieren. WHO bleibt weiterhin ein verlässlicher Partner der äthiopischen Gesundheitsbehörden, um eine sichere, ausreichende und gerechte Versorgung mit Blut und Blutprodukten für die gesamte Bevölkerung sicherzustellen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von WHO, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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