UN: Gesundheitskräfte in Afrika – Neues 10‑Jahres‑Programm
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat während einer Versammlung von Gesundheitsministern in Addis Abeba ein zehnjähriges Programm zur Ausbildung, Beschäftigung und Bindung von drei Millionen zusätzlichen Gesundheitsfachkräften in Afrika beschlossen. Das Vorhaben soll die prognostizierte Lücke von mehr als sechs Millionen Fachkräften bis 2035 verringern.
Aktuelle Lage des Gesundheitswesens
Im Jahr 2024 zählte der Kontinent etwa 5,72 Millionen Gesundheitsfachkräfte, was lediglich rund 46 Prozent des Bedarfs deckt. Ohne weitere Maßnahmen könnte die Unterversorgung bis 2035 auf über sechs Millionen fehlende Fachkräfte anwachsen.
Paradoxe Arbeitsmarktsituation
Gleichzeitig stehen fast eine Million ausgebildete Fachkräfte ohne Beschäftigung da, insbesondere frisch graduierte Ärztinnen und Ärztinnen, Pfleger und Hebammen. In vielen Ländern finden mehr als die Hälfte der Absolventen innerhalb kurzer Zeit keine Anstellung.
Wirtschaftliche Argumente für Investitionen
Die WHO schätzt, dass für die Schließung der Lücke jährlich zusätzliche 4 bis 6 US‑Dollar pro Person investiert werden müssen. Jeder investierte Dollar könnte bis zu zehn Dollar an wirtschaftlichem Nutzen und rund dreißig‑mal so viel an gesellschaftlichen Erträgen generieren.
Strategische Ausrichtung des Programms
Das Programm liefert einen Fahrplan für verbesserte Personalplanung, qualitativ hochwertige Ausbildung, Schaffung von Arbeitsplätzen und Bindung von Fachkräften in den Regionen mit größtem Bedarf. Es betont zudem die Notwendigkeit, Ausbildung und Arbeitsmarkt stärker aufeinander abzustimmen.
Regionale Kinderstrategie
Parallel wurde eine neue regionale Strategie verabschiedet, die jedem Kind den bestmöglichen Start ins Leben sichern soll. Sie fordert koordinierte Maßnahmen in Gesundheit, Ernährung, Sozialschutz, Wasser‑ und Sanitärversorgung, Bildung und Finanzen und betont die zentrale Rolle von Eltern, Pflegepersonen und Gemeinschaften.
Ausblick und nächste Schritte
Die Minister werden bis zum 28. August weitere Details zu Politik und Prioritäten erarbeiten. Die getroffenen Entscheidungen sollen die Gesundheitsagenda des Kontinents in den kommenden Jahren prägen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
Ende der Uebertragung