International: Afrikanische Gesundheitsminister verabschieden 10‑Jahres‑Plan zur Sicherung der Polio‑Erfolge
Im Rahmen der 76. Sitzung des WHO‑Regionalausschusses für Afrika, die vom 25. bis 28. August 2026 in Addis Abeba stattfand, haben die Gesundheitsminister und hochrangige Vertreter der Mitgliedsländer einen zehnjährigen Aktionsplan zur Sicherung der Polio‑Erfolge beschlossen. Der „Framework for Polio Transition and Sustainability in the WHO African Region 2026–2035“ soll die bisherigen Errungenschaften der Polio‑Eradikation in die nationalen Gesundheitssysteme einbinden.
Rahmenbedingungen des Plans
Der Plan sieht vor, die Qualität der Überwachung hochzuhalten, Labor- und Notfallkapazitäten zu erhalten, die Routineimpfung zu stärken, nachhaltige inländische Finanzierungen zu sichern, Governance‑Strukturen zu festigen und länderspezifische Übergangsplanungen zu unterstützen.
Aktuelle Polio‑Situation
Obwohl die afrikanische Region im Jahr 2020 von einheimischen Wild‑Polioviren befreit wurde, wurden im Jahr 2026 bereits über 180 Polio‑Fälle gemeldet, wobei die meisten im Lake‑Chad‑Becken und am Horn von Afrika auftraten. Diese Nachweise verdeutlichen die Notwendigkeit, das Überwachungsnetzwerk weiter zu betreiben.
Integration in Gesundheitssysteme
Das bestehende Überwachungs‑ und Reaktionsnetzwerk, das im Zuge der Global Polio Eradication Initiative aufgebaut wurde, wird bereits für die Bekämpfung von Ebola, Marburg, Mpox, Cholera, Gelbfieber und anderen Notlagen genutzt. Durch die Einbindung dieser Kapazitäten in die regulären Gesundheitssysteme sollen sie langfristig erhalten bleiben.
Aussagen von Verantwortlichen
„Die Aufrechterhaltung der Polio‑Erfolge erfordert starke Länder‑Eigenverantwortung, nachhaltige Finanzierung und die Integration von Polio‑Ressourcen in breitere Gesundheitssysteme“, erklärte Dr Mohamed Gedi, Koordinator des Polio‑Eradikationsprogramms im WHO‑Regionalbüro für Afrika.
Mike McGovern, Vorsitzender des International PolioPlus Committee von Rotary International und des GPEI‑Aufsichtsrats, betonte: „Wir stehen kurz davor, Polio endgültig zu beenden, doch dafür müssen wir die Finanzierung sichern und die Impfsysteme weiter stärken. Das vorliegende Rahmenwerk zeigt, was möglich ist, wenn Länder und Partner ein gemeinsames Ziel verfolgen.“
Verpflichtungen der Mitgliedstaaten
Die Mitgliedstaaten haben zugesagt, nationale Übergangspläne zu entwickeln oder zu stärken, essentielle Polio‑Funktionen in breitere Gesundheitsprogramme zu integrieren, nachhaltige inländische Ressourcen zu mobilisieren und den Fortschritt über einen regionalen Rechenschaftsrahmen zu überwachen. Die WHO wird technische Unterstützung leisten, den Wissensaustausch fördern und jährlich über die Umsetzung berichten.
Ausblick
Die Global Polio Eradication Initiative verlängert ihre Aktivitäten bis 2029 und bereitet gleichzeitig die langfristige Nachhaltigkeit zentraler Gesundheitsfunktionen vor. Für Afrika bedeutet das, dass die über Jahrzehnte hinweg geschützten Kinder weiterhin von robusten Gesundheitssystemen profitieren, die nicht nur Polio, sondern auch zukünftige Gesundheitsgefahren abwehren können.
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