Im Jahr 2024 verzeichnete Afrika über 270 Millionen Malaria-Fälle, was 96 % der weltweiten Fälle entspricht, und fast 595 000 Todesopfer, also 97 % der globalen Malaria-Mortalität. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, die bisherigen Fortschritte im Kampf gegen die Krankheit zu sichern.
Steigende Kindersterblichkeit
Nach jahrelangem Rückgang steigt die Kindersterblichkeit wieder an. Fast drei Viertel der Todesfälle bei Säuglingen und Kleinkindern resultieren aus einer Kombination von Malaria, Unterernährung und Pneumonie, während die Gesundheitssysteme nach wie vor stark auf einzelne Krankheitsbilder ausgerichtet sind.
Fragmentierte Gesundheitssysteme
Seit Jahrzehnten beruhen viele afrikanische Gesundheitssysteme auf vertikalen, krankheitsspezifischen Programmen, die zwar Millionen von Leben gerettet haben, jedoch kaum integrierte und belastbare Strukturen geschaffen haben. Diese Silostruktur erschwert die Bewältigung komplexer, überlappender Gesundheitsprobleme.
Forschungslandschaft im Umbruch
Ein großer Teil der auf dem Kontinent durchgeführten Forschung wird von Fördermodellen bestimmt, die kurzfristige, produktbezogene Ergebnisse bevorzugen. Bereiche wie Gesundheits‑Systemforschung und Implementationswissenschaft erhalten dagegen nur geringe Mittel, wodurch eine Lücke zwischen Evidenzgewinn und praktischer Anwendung entsteht.
Lokale Forschung als SchlĂĽssel
Nach Angaben von Edwine Barasa, Direktor des KEMRI‑Wellcome Research Programme, sind nationale Forschungseinrichtungen am besten geeignet, kontextbezogene Erkenntnisse zu liefern. Ein Beispiel liefert Kenia: Das Kenya Medical Research Institute arbeitet eng mit dem KEMRI‑Wellcome‑Programm zusammen und verbindet Gemeindeengagement, Forschung und Politik in einem integrierten Modell.
Praxisnahe Daten fĂĽr Politik
Durch Initiativen wie das Child Health and Mortality Prevention Surveillance (CHAMPS) werden Echtzeit‑Daten gesammelt, die unmittelbar in politische Entscheidungen zu Kindersterblichkeit und antimikrobieller Resistenz einfließen. Solche Ansätze zeigen, dass lokales Wissen die Reaktionsgeschwindigkeit und Wirksamkeit von Maßnahmen erhöht.
Innovation und regulatorische Kapazität
Im Jahr 2023 retteten Impf‑ und Immunisierungsstrategien mindestens 1,8 Millionen Menschenleben in Afrika. David Mukanga, stellvertretender Direktor für regulatorische Systeme bei der Gates Foundation, betont, dass die Harmonisierung durch die African Medicines Agency entscheidend ist, um neue Werkzeuge schnell von der Evidenz zur Zulassung und Anwendung zu bringen.
Aufruf zur Integration
Barasa und Mukanga fordern eine stärkere Integration von Gemeinde‑Engagement, Forschung, Überwachung und Politik. Ohne diese Verknüpfung bleibt die Kluft zwischen Wissen und Umsetzung bestehen und kostet weiterhin Leben.
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