Eine aktuelle Untersuchung hat drei akustische Messgrößen des Vokalraums analysiert, um sprachliche Unterschiede zwischen Personen mit Parkinson und gesunden Kontrollpersonen zu quantifizieren und deren Zusammenhang mit der Sprachverständlichkeit zu prüfen. Die Autoren berichten, dass token‑basierte Maße statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen aufweisen, während das trajektorische Maß diese Differenzierung nicht ermöglichte.
Studienziel und Design
In der Studie wurden 56 Sprecher rekrutiert, davon 28 mit diagnostiziertem Parkinson und 28 gesunde Kontrollpersonen. Alle Teilnehmenden lasen einen eigens entwickelten Text, der die vier Eckvokale enthielt, sowie fünf unterschiedliche Sätze, die für die Erhebung von Verständlichkeitsbewertungen verwendet wurden.
Messgrößen des Vokalraums
Für die token‑basierten Analysen wurden der dreieckige Vokalraum (tVSA) in kHz² sowie das verhältnislose Vokal‑Artikulations‑Index (VAI) berechnet. Das trajektorische Maß, der artikulatorisch‑akustische Vokalraum (AAVS), wurde ebenfalls in kHz² ermittelt. Alle drei Messgrößen wurden aus den aufgenommenen Sprachproben extrahiert.
Statistische Auswertung
Eine Varianzanalyse zeigte, dass sämtliche Vokalraum‑Maße signifikante Gruppenunterschiede lieferten. In einer binären logistischen Regression konnten jedoch nur die token‑basierten Maße (tVSA und VAI) die Zugehörigkeit zu Parkinson‑ oder Kontrollgruppe statistisch vorhersagen, wobei die Modellgüte insgesamt schwach blieb (R² < 0,113).
Zusammenhang mit Sprachverständlichkeit
Lineare Regressionsanalysen ergaben, dass die token‑basierten Kennzahlen mit den erhaltenen Verständlichkeitsbewertungen korrelierten. Unter den getesteten Modellen erwies sich das VAI als der beste Prädiktor für die subjektive Einschätzung der Sprachverständlichkeit in der untersuchten Stichprobe.
Implikationen und Ausblick
Die Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass token‑basierte Vokalraum‑Maße geeignet sind, akustische Veränderungen und deren Einfluss auf die wahrgenommene Sprachverständlichkeit bei Parkinson zu erfassen. Die Autoren empfehlen, die Übertragbarkeit dieser Befunde auf weitere motorische Sprachstörungen sowie auf unterschiedliche sprachliche Stimuli in zukünftigen Studien zu prüfen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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