Eine im Fachjournal eLife veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass Zellen mit hoher Aldehyde‑Dehydrogenase‑1‑Aktivität (ALDHHI‑Zellen) im Endometrium als langlebige Vorläuferzellen fungieren. Die Forscher nutzten sowohl In‑vivo‑ als auch In‑vitro‑Methoden, um deren Fähigkeit zur Organoid‑Bildung, langfristigen Passagierung und Ausprägung von Stammzell‑Gen‑Signaturen zu belegen.
Nachweis in Mausmodellen
Mittels eines Aldh1a1‑creERT2‑/+ ; Rosa26‑LSL‑tdTomato‑Reporter‑Mausmodells konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass Aldh1a1‑positive Epithel‑ und Stromalzellen während der postnatalen Entwicklung bzw. des Östruszyklus expandieren. Beide Zellpopulationen waren zudem während der postpartalen Reparatur präsent.
Hormonelle Steuerung
Bei Ovariektomie oder nach Gabe von exogenem Estradiol lokalisierten sich ALDH1A1‑positive Zellen entweder in den Drüsenkelchen des Endometriums oder über das gesamte Lumenepithel, was auf eine hormonabhängige räumliche Verteilung hindeutet.
Funktionelle Konsequenzen
Die selektive Ablation von ALDH1A1‑positiven Zellen in Aldh1a1‑creERT2‑/+ ; Rosa26‑LSL‑DTR‑Mäusen führte zu einer Reduktion der Drüsenzahl und einer verringerten Expression von FOXA2, einem Marker für endometriale Drüsen.
Übertragung auf den Menschen
Analog zu den Tierdaten zeigten endometriale epitheliale Organoide aus menschlichem Gewebe, die hohe ALDH‑Aktivität aufwiesen, eine gesteigerte Organoid‑Bildungsrate im Vergleich zu ALDH‑Low‑Zellen. Transkriptomanalysen dieser Organoide wiesen ein einzigartiges Expressionsprofil mit weniger luminal‑ähnlichen Zilienzellen auf.
Bedeutung für Regeneration
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ALDH1A1‑positive Zellen hormonabhängige adulte Stammzellen mit regenerativem Potenzial darstellen, die für die Entwicklung und Funktion des Endometriums essenziell sind.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von eLife, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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