Studienumfang und Zielsetzung
Eine Untersuchung von Wei Jiang, Zhuoye Zhang, Shengxiang Ma, Sha Pan und Nannan Sang hat 470 Unfälle in raffinierten Öldepots in China systematisch erfasst, geprüft und bereinigt. Ziel war es, typische Unfallmerkmale zu identifizieren und anhand von Netzwerkanalysen kritische Ursachen und Pfade für Ölverschmutzungs‑, Brand‑ und Explosionsereignisse abzuleiten.
Verteilung nach Einheit und Betriebsphase
Die Analyse ergab, dass die meisten Unfälle in Lagereinheiten auftreten (52,1 %). Besonders häufig ereignen sich Vorfälle während der Be- und Entladevorgänge, die 67,2 % aller Unfälle ausmachen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass sowohl die statische Lagerung als auch die dynamischen Transferprozesse zentrale Risikofelder darstellen.
Häufigste Unfallart
Ölverschmutzungen stellen mit 36,2 % die am häufigsten gemeldete Unfallart dar. Sie bilden häufig die Vorstufe für weitere Gefahren wie Brände und Explosionen, weshalb sie im Fokus der nachfolgenden Netzwerk‑Analyse standen.
Ursachenlandschaft
Operative Fehler wurden als prominenteste Ursache identifiziert und machen 20,4 % aller gemeldeten Ursachen aus. Weitere relevante Faktoren umfassen Schutzdefekte und technische Mängel, die in Kombination mit Fehlverhalten zu schwerwiegenden Ereignissen führen können.
Netzwerkanalyse kritischer Pfade
Durch den Aufbau eines gerichteten Ursache‑Netzwerks mit UCINET wurden vier kritische Pfade herausgearbeitet: (1) unzureichende Schulung → operative Fehler → Unfall; (2) unzureichende Schulung → operative Fehler → Gerätemängel → Unfall; (3) mangelhafte Verfahrensanweisungen → operative Fehler → Unfall; (4) mangelhafte Verfahrensanweisungen → operative Fehler → Gerätemängel → Unfall. Diese Pfade verdeutlichen, wie Defizite in Ausbildung und Prozessen zu Kaskaden von Fehlhandlungen führen.
Implikationen für das Sicherheitsmanagement
Die Ergebnisse unterstützen ein differenziertes Sicherheitsmanagement, das gezielte Schulungsprogramme, die Optimierung von Verfahrensanweisungen sowie die Beseitigung von Schutz‑ und Gerätemängeln priorisiert. Durch die Fokussierung auf die identifizierten kritischen Pfade können Betreiber das Risiko von Ölverschmutzungen, Bränden und Explosionen nachhaltig reduzieren.
Schlussfolgerung
Die vorliegende Studie liefert evidenzbasierte Erkenntnisse, die als Grundlage für gezielte Präventionsstrategien in Raffineriedepots dienen. Die Kombination aus statistischer Unfallcharakterisierung und Netzwerk‑Analyse ermöglicht es, Schlüsselursachen zu adressieren und damit die Sicherheit in der Ölindustrie zu erhöhen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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