UN: Angriff auf Handelsschiff im Roten Meer erhöht Unsicherheit in globalen Lieferketten
Mehrere Seefahrer wurden am Dienstag bei einem Angriff auf ein Handelsschiff im Roten Meer getötet, was die Bedenken hinsichtlich der globalen Lieferketten erneut verstärkt. Der Vorfall ereignete sich vor der Küste Jemens, wo das Schiff Tihamah von mutmaßlichen Huthi-Kämpfern beschossen wurde.
Details zum Vorfall
Das Deckfrachtschiff Tihamah, das unter tansanischer Flagge fährt, ist 62,8 Meter lang und 11 Meter breit. Laut Online-Registrierungen befand es sich zum Zeitpunkt des Angriffs im Roten Meer nahe dem Golf von Aden. Die Angriffe führten zu mehreren Todesopfern unter der Besatzung.
Reaktion der IMO
Arsenio Dominguez, Leiter der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO), erklärte: „Es ist mit Trauer und Bedauern zu vernehmen, dass erneut unschuldige Seefahrer bei einem unverantwortlichen Angriff auf die internationale Schifffahrt ihr Leben verloren haben.“ Er betonte, dass solche Angriffe die Spannungen verschärfen und die globalen Lieferketten gefährden.
Hintergrund des Konflikts
Die Huthi, formell als Ansar Allah bezeichnet und von Iran unterstützt, kämpfen seit über einem Jahrzehnt gegen die jemenitische Regierung, die von einer von Saudi‑Arabien geführten Koalition unterstützt wird. Die Gruppe hat wiederholt den Bab‑al‑Mandab, eine Schlüsselpassage zum Roten Meer, bedroht und seit dem Ausbruch des Hamas‑Israel‑Kriegs im Oktober 2023 Schiffe in der Region angegriffen.
Auswirkungen auf den Persischen Golf
Der Angriff erfolgt im Kontext einer nahezu vollständigen Schiffsblockade im Straß von Hormus, einem wichtigen Durchgang für Öl, Gas und Düngemittel. Laut IMO‑Daten wurden am Sonntag nur etwa sieben Schiffe registriert, fast zwanzigmal weniger als vor dem Krieg.
Evakuierungsplan
Die anhaltenden Feindseligkeiten haben den von der IMO koordinierten Evakuierungsplan für Seeleute im oder nahe dem Straß von Hormus zum Stillstand gebracht. Schätzungen zufolge sind noch rund 6 000 Besatzungsmitglieder auf etwa 500 Schiffen gefangen; bislang wurden etwa 2 900 Personen evakuiert.
Folgen für den Welthandel
Die Kombination aus Angriffen im Roten Meer und der Blockade des Hormus‑Straßes erhöht das Risiko von Lieferverzögerungen und Preissteigerungen für wichtige Rohstoffe. Experten warnen, dass die Unsicherheit die internationalen Märkte weiter belasten könnte.
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