Am 9. Oktober 2026 fand im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages eine Anhörung zur zweiten Verordnung zur Änderung der Biomasseverordnung statt, in der Fachleute die Umsetzung der EU‑Richtlinie RED III diskutierten.
Hintergrund der Verordnung
Der vorliegende Entwurf des Bundeskanzels soll die Vorgaben der europäischen Richtlinie RED III in nationales Recht überführen und damit einen rechtssicheren Rahmen für die nachhaltige Nutzung von Biomasse schaffen.
Stellungnahme des Deutschen Städte‑ und Gemeindebundes
Der Deutsche Städte‑ und Gemeindebund betonte, dass aus kommunaler Sicht ein verlässlicher Rahmen nötig sei, warnte jedoch davor, die energetische Nutzung von nachhaltig erzeugtem Holz unverhältnismäßig zu beschränken, weil Holz für die kommunale Wärmeversorgung von großer Bedeutung sei.
Umweltverbände fordern Kaskadenprinzip
Eric Häublein vom NABU begrüßte die stärkere Verankerung des Kaskadenprinzips, das Holz zunächst in langlebigen Produkten und erst danach energetisch nutze. Er kritisierte, dass der Entwurf hinter einer konsequenten Umsetzung zurückbleibe und gleichzeitig die Förderung der Holzverbrennung gemäß EEG festhalte, was er als falschen Ansatz bezeichne.
Holzindustrie warnt vor Fehlanreizen
Julia Möbus vom Deutschen Säge‑ und Holzindustrie‑Bundesverband wies darauf hin, dass die Verordnung nicht alle relevanten Wald‑ und Marktbedingungen berücksichtige und die Gefahr bestehe, dass bestimmte Verwendungszwecke vorab festgelegt und die Förderfähigkeit von Holz für die Energieerzeugung versagt werde.
Bedeutung für die Energieversorgung
Bastian Olzem vom BDEW erklärte, Biomasse sei eine der wichtigsten Energiequellen: Im Wärmemarkt entstünden aktuell 23 % der erneuerbaren Energie aus Biomasse, davon 80 % aus holzartigen Brennstoffen. Er begrüßte, dass der Entwurf weitgehend ohne Verschärfung umgesetzt werden solle.
Kritik an Marktverzerrungen
Harry Schindler vom Deutschen Biomasseforschungszentrum kritisierte, dass fehlende Kaskadenlösungen und staatliche Eingriffe zu verzerrten Märkten führe und die Preise der Holzprodukte keinen Hinweis darauf gebe, welche Nutzung den höchsten Wert für Klima und Gesellschaft habe.
Ausblick und weitere Forderungen
Irene Seling von AGDW betonte, dass die RED III einen europäischen Rahmen für stärkere Holzbiomassenutzung setze, die nationale Umsetzung jedoch den Marktbezug vermisse. Martin Zühlke vom Energieverbund der Landwirtschaft MV warnte vor einer überregulierten Forstarbeit und forderte, dass bewährte Zertifizierungsstandards erhalten bleiben.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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