Antarktischer Eisberg A‑23A zeigt massive Schmelzwasseransammlungen und steht kurz vor dem Zerfall
Der antarktische Eisberg A‑23A, einer der größten jemals beobachteten Tabularberge, weist im Dezember 2025 umfangreiche blaue Schmelzwasserpools auf und befindet sich laut NASA‑Daten in einem fortgeschrittenen Zerfallsstadium. MODIS‑Aufnahmen vom Terra‑Satelliten vom 26. Dezember 2025 und ein Foto eines Astronauten von der Internationalen Raumstation vom 27. Dezember 2025 dokumentieren das Phänomen.
Größenentwicklung seit dem Ablösen
Nachdem der Berg 1986 von der Filchner‑Eisschelfe abbrach, war er fast doppelt so groß wie der US-Bundesstaat Rhode Island (etwa 4.000 km²). Anfang Januar 2026 betrug seine Fläche nach mehreren Teilabbrüchen im Jahr 2025 noch 1.182 km² (456 sq mi), was immer noch größer ist als die Fläche von New York City.
Visuelle Merkmale und Muster
Die MODIS‑Aufnahme zeigt ausgeprägte blaue Schmelzwasserbereiche, die als „blue‑mush“ bezeichnet werden. Wissenschaftler Ted Scambos erklärt, dass das Gewicht des Wassers in Rissen den Eisblock weiter öffnet. Ein dünner weißer Rand um das Eis bildet ein „Rampart‑Moat“-Muster, das durch ein Aufböcken der Eisschicht entsteht. Zusätzlich sind lineare Muster aus Blau und Weiß erkennbar, die auf jahrhundertalte Striierungen zurückgehen, die beim Vorherigen Gletscherfluss entstanden sind.
Mechanismen des Zerfalls
Forscher identifizieren ein mögliches „Blowout“ – ein Riss, durch den Schmelzwasser mehrere zehn Meter tief ins Meer tropft und einen frischen Wasserstrahl („freshwater discharge plume“) erzeugt. Das umgebende Wasser hat etwa 3 °C, und die Strömungen treiben den Eisberg in wärmere Regionen, was die Auflösung weiter beschleunigt. Experten schätzen, dass der Eisberg noch Tage bis Wochen überleben wird.
Historische Reise des Eisbergs
Nach dem Ablösen 1986 verbrachte A‑23A über 30 Jahre in flachen Gewässern des Weddell‑Meeres, bevor er 2020 wieder frei wurde. Anschließend geriet er in einen sogenannten Taylor‑Spalten‑Vortex, kam fast mit der Südgeorgien‑Insel zusammen und verbrachte mehrere Monate in seichtem Wasser, bevor er im Jahr 2025 in den offenen Südatlantik driftete und dort rapide zerbrach.
Ausblick und weitere große Eisberge
Wissenschaftler betonen, dass die kontinuierliche Überwachung durch Satelliten entscheidend ist, um das Verhalten von Megabergen zu verstehen. Neben A‑23A befinden sich weitere große Eisberge wie A‑81, B‑22A und D‑15A, die jeweils über 1.500 km² groß sind und künftig ebenfalls beobachtet werden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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