Eine aktuelle Metaanalyse, veröffentlicht in PLOS ONE, hat die Wirksamkeit von Antibiotika als Zusatz zu mechanischer Debridierung bei Peri‑Implantitis untersucht. Die Analyse umfasst 22 randomisierte kontrollierte Studien und zeigt signifikante Verbesserungen bei mehreren klinischen Messgrößen.
Methodik und Datenbasis
Die Forscher durchsuchten die Datenbanken PubMed, Embase, Web of Science, Cochrane Library und Scopus bis zum 15. Januar 2026 sowie ClinicalTrials.gov. Eingeschlossen wurden randomisierte kontrollierte Studien, die mechanische Debridierung mit oder ohne Antibiotika verglichen.
Hauptergebnisse
Die Kombination aus Antibiotika und mechanischer Debridierung reduzierte die Sondiertiefe (PPD) um durchschnittlich 0,69 mm (95 % CI [-1,04, -0,33]), das klinische Attachment (CAL) um 0,55 mm (95 % CI [-1,07, -0,04]), die Plaquebewertung (PS) um 4,07 Punkte (95 % CI [-6,80, -1,33]) und die Blutungsneigung (BOP) um 12,45 % (95 % CI [-24,13, -0,77]). Alle Unterschiede waren statistisch signifikant.
Subgruppenanalyse
Im direkten Vergleich von mechanischer Debridierung plus Antibiotika gegenüber Debridierung allein zeigten sich besonders Verbesserungen beim CAL (‑0,84 mm, 95 % CI [-1,55, -0,13]) und PS (‑3,94 Punkte, 95 % CI [-7,14, -0,74]). Der Vergleich lokaler versus systemischer Antibiotikagabe ergab bei der Sondiertiefe vergleichbare Effekte (lokal: ‑0,68 mm, systemisch: ‑0,70 mm, P = 0,95). Bei der Plaquebewertung schnitten lokale Antibiotika jedoch signifikant besser ab (‑6,57 Punkte gegenüber ‑2,63 Punkten für systemische Anwendung).
Interpretation und klinische Relevanz
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Antibiotika als ergänzende Therapie zu mechanischer Debridierung bei Peri‑Implantitis moderate, aber konsistente Vorteile bieten. Insbesondere die Reduktion von Sondiertiefe und klinischem Attachment kann die Prognose von Implantaten verbessern.
Einschränkungen
Die hohe Heterogenität (I² > 90 %) bei mehreren Endpunkten weist auf Unterschiede in Studiendesign, Antibiotikaregimen und Patientenkohorten hin. Weitere standardisierte RCTs sind erforderlich, um optimale Dosierungen und Anwendungszeitpunkte zu bestimmen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
Ende der Uebertragung