Hintergrund
In einer Untersuchung von 352 Luchsen (Lynx rufus) aus dem Nordosten der Vereinigten Staaten wurde die Kontamination mit Antikoagulanz‑Rodentiziden (AR) zwischen 2013 und 2024 erfasst. Die Autoren berichten, dass 59 % der untersuchten Tiere mindestens ein AR‑Compound nachweisen konnten, was die weit verbreitete Belastung nicht‑zielgerichteter Wildtiere verdeutlicht.
Methodik
Die Studie beruhte auf opportunell gesammelten Proben, die aus Jagd- und Straßenunfällen stammen. Sieben unterschiedliche AR‑Verbindungen wurden mittels analytischer Verfahren nachgewiesen. Die Stichprobe deckte vier Bundesstaaten ab, wobei die Altersangaben der Tiere sowie deren Herkunft (Ernte vs. Straßenkilometer) dokumentiert wurden.
Ergebnisse nach Bundesstaat
Die höchste Expositionsrate wurde in New Hampshire und Vermont ermittelt. In diesen Regionen wurden die meisten AR‑Komponenten gefunden, während New York vergleichsweise niedrige Werte aufwies. Die Autoren stellen fest, dass das Geschlecht der Luchse keinen signifikanten Einfluss auf die Exposition hatte, jedoch Alter, Bundesstaat und Probenquelle signifikante Faktoren waren.
Räumliche Hotspots
Ein räumlicher Cluster‑Algorithmus identifizierte lokalisierte Hotspots in New Hampshire, Vermont und New Jersey. Diese Gebiete wiesen eine signifikant höhere Dichte an AR‑positiven Luchsen auf, während in New York kaum Cluster erkennbar waren.
Zeitlicher Trend
Obwohl im Untersuchungszeitraum bundesweite Beschränkungen für zweite‑Generation‑ARs in Kraft traten, zeigten die Daten einen kontinuierlichen Anstieg der Nachweisrate um etwa 25 % pro Jahr. Die Autoren schätzen, dass die Wahrscheinlichkeit einer AR‑Exposition pro zusätzlichem Lebensjahr um rund 35 % steigt und die durchschnittliche Anzahl der nachgewiesenen Verbindungen pro Tier um 17 % zunimmt.
Vergleich mit anderen Prädatoren
Die Muster ähnelten jenen, die in einer parallelen Studie an Fischottern (Pekania pennanti) im selben geografischen Raum beobachtet wurden. Beide Arten zeigen damit die allgegenwärtige Präsenz von AR‑Verbindungen in Raubtieren mit unterschiedlicher Habitatnutzung.
Bedeutung und Ausblick
Die Untersuchung liefert wichtige Basisdaten für die Bewertung von AR‑Belastungen bei mittelgroßen Karnivoren. Die festgestellte Zunahme über die Jahre unterstreicht die Notwendigkeit weiterer regulatorischer Maßnahmen und kontinuierlicher Überwachung, um die Gesundheit von Wildpopulationen zu schützen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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