Hintergrund
Eine aktuelle Untersuchung hat die Schutzwirkung von Carissa spinarum‑Wurzelextrakten gegen durch oxidativen Stress bedingte männliche Unfruchtbarkeit bei erwachsenen männlichen Wistar‑Ratten geprüft. Ziel war es, das traditionelle Anwendungswissen mit wissenschaftlichen Methoden zu verknüpfen.
Methodik
Die Forscher extrahierten Phytochemikalien aus Wurzel‑ und Blattmaterial mit Lösungsmitteln unterschiedlicher Polarität und bestimmten deren Antioxidans‑Aktivität. Für die In‑vivo‑Studie wurden sechs Versuchsgruppen à fünf Ratten gebildet: Kontrolle, Metronidazol‑Nur‑Gruppe, drei Gruppen mit Metronidazol plus 250 mg/kg, 500 mg/kg bzw. 1000 mg/kg wässrigem Wurzelextrakt sowie eine Gruppe mit Metronidazol, Vitamin E und Sustanon. Der Epididymis wurde zur Analyse der Spermiencharakteristika entnommen, die Hoden für histologische und biochemische Untersuchungen.
Ergebnisse der Phytochemie
Die Analyse zeigte signifikant höhere Gehalte an Phytochemikalien und Antioxidans‑Aktivität in den Blättern gegenüber den Wurzeln für alle getesteten Lösungsmittel, mit Ausnahme von Hexan.
In‑vivo‑Effekte bei 500 mg/kg
Ratten, die 500 mg/kg wässrigen Wurzelextrakt erhielten, wiesen einen Anstieg des Hodengewichts‑Index um 0,98 % auf, die Spermienzahl stieg auf 37,28 × 10⁶ /mL, der Anteil normal geformter Spermien erreichte 60,50 %, die Katalase‑Aktivität lag bei 14,56 × 10⁻² nmol g⁻¹ Gewebe und die Lipidperoxidation reduzierte sich auf 1,38 ± 0,14 nmol g⁻¹.
Dosisabhängige Wirkungen
Bei einer Dosis von 250 mg/kg wurde die Lebensfähigkeit der Spermien auf 88,50 % erhöht, während die höchste Dosis von 1000 mg/kg die Peroxidase‑Aktivität signifikant steigerte.
Histologische Befunde
Die Extrakte mit 250 mg/kg und 500 mg/kg milderten die durch Metronidazol induzierten Veränderungen der Hodenarchitektur, sodass die Gewebestruktur näher an die der Kontrollgruppe rückte.
Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse bestätigen das Potenzial wässriger Wurzelextrakte von Carissa spinarum zur Behandlung von männlicher Unfruchtbarkeit, die durch oxidative Stressfaktoren ausgelöst wird. Weitere Forschungen könnten die Übertragbarkeit auf den Menschen untersuchen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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