Eine retrospektive Querschnittsstudie aus Changsha, China, hat gezeigt, dass ein erhöhter atherogener Index des Plasmas (AIP) das Risiko für Prädiabetes bei mittelalten Frauen signifikant steigert. Die Untersuchung umfasste fast 8 000 Patientinnen, von denen etwa ein Fünftel im Untersuchungszeitraum neu diagnostiziert wurde.

Hintergrund und Zielsetzung

Der AIP gilt als neuartiger Biomarker für kardiovaskuläre Risiken. Bisher war jedoch unklar, wie sich dieser Index in Kombination mit dem Menopausenstatus auf das Auftreten von Prädiabetes auswirkt. Ziel der Studie war es, den Zusammenhang zwischen AIP und Prädiabetes zu quantifizieren und mögliche Unterschiede zwischen prämenopausalen und postmenopausalen Frauen zu analysieren.

Methodik

Die Analyse basierte auf Daten von 7 929 Frauen, die zwischen 2015 und 2023 in einem tertiären Krankenhaus einer Großstadt körperlich untersucht wurden. Soziodemografische, körperliche und laborbasierte Parameter wurden aus den Patientenakten extrahiert. Der Zusammenhang zwischen AIP und Prädiabetes wurde mittels multipler logistischer Regressionsmodelle ermittelt; zusätzlich wurden eingeschränkte kubische Splines zur Untersuchung von Dosis‑Response‑Beziehungen eingesetzt.

Ergebnisse

Nach Adjustierung für relevante Störfaktoren zeigte sich ein durchgängiger Anstieg des Prädiabetesrisikos mit steigenden AIP‑Werten. Der gesamte Kollektiv wies ein Odds Ratio von 1,45 (95 % CI 1,30–1,62) auf. Bei prämenopausalen Frauen betrug das OR 1,51 (95 % CI 1,25–1,83) und bei postmenopausalen Frauen 1,44 (95 % CI 1,26–1,65). Die Beziehung war annähernd linear. Obwohl die multiplikative Interaktion statistisch nicht signifikant war (P = 0,973), ergab die gemeinsame Analyse, dass Frauen mit hohem AIP und postmenopausalem Status das höchste Risiko trugen (OR 1,61; 95 % CI 1,31–1,98).

Interpretation

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein hoher AIP ein unabhängiger Prädiktor für Prädiabetes bei mittelalten Frauen ist, unabhängig vom Menopausenstatus. Der lineare Trend legt nahe, dass bereits moderate Erhöhungen des AIP mit einem relevanten Risikozuwachs einhergehen.

Bedeutung und Ausblick

Der AIP könnte als einfacher, kostengünstiger Indikator zur Identifikation von Frauen mit erhöhtem Prädiabetesrisiko dienen. Für eine klinische Anwendung sind jedoch prospektive Studien nötig, um die Vorhersagekraft und mögliche Interventionsstrategien zu prüfen.

Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.

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