International: Ausstellung „The Archive of Silence“ kritisiert passive Beobachtung von Krieg
Kernthema und Ausstellung
Eine Ausstellung im Handbag Factory Gallery in London präsentierte 2025 die Installation „The Archive of Silence“ des libanesisch‑britischen Künstlers Amale Khlat. Das Werk misst 210 × 210 × 185 cm, besteht aus graviertem Sperrholz, MDF, Holz, Metall, UV‑Druck auf Acryl, Magneten, Einweg‑Spiegel, zwei Stühlen, einem Tisch, einem Foto und einer Archiv‑Box und kritisiert, wie Stille in musealen Kontexten aktiv Macht ausübt.
Silence als aktive Kraft
Der Künstler erklärte, dass Stille nicht das Fehlen von Klang sei, sondern die Bedingung, die bestimmte Darstellungen ermöglicht. Nach seiner Aussage entscheide „jemand, was in ein Archiv gehört und was nicht“, und Sponsoren wie ein Waffenhersteller machen diese Entscheidung sichtbar, ohne sie zu benennen.
Biografischer Hintergrund
Der Künstler wuchs in einer Familie libanesischer Journalist*innen auf, verbrachte Kindheit während des libanesischen Bürgerkriegs und entwickelte ein Bewusstsein für Verlust, Flucht und Instabilität. Ein Studium an der Penninghen in Paris und ein Master an der Royal College of Art in London lieferten technische und konzeptuelle Grundlagen für ein interdisziplinäres Schaffen.
Weitere Projekte und Kontextualisierung
Weitere Installationen, darunter „The Testimony of a Refugee I“ (2017) und „II“ (2018), nutzen Kirschbaumwurzel, Harz, Spiegel und Bildschirme, um Besucher*innen gezwungen zu sein, langsam Kontext aufzubauen. Der Künstler betont, dass Bilder ohne historische und ethische Verankerung zu reiner Dekoration verkommen.
Konsum von Leidbildern
Im Interview verwies der Künstler auf Susan Sontags These, dass Bilder nicht von selbst sprechen. Er kritisiert die schnelle, emotionale Aufnahme von Leidbildern und fordert ein Verweilen in Unbehagen, um Ambiguität und schwierige Fragen zu bewahren.
Einfluss der akademischen Ausbildung
Der Künstler beschreibt die Royal College of Art als Ort, an dem das Scheitern erlaubt wurde, und die Penninghen als Quelle rigoroser Zeichen‑ und Kompositionspraxis. Diese Ausbildung gebe ihm Werkzeuge, doch das eigentliche Sujet komme aus persönlicher Erinnerung und geographischer Erfahrung.
Rezeption und Zielgruppe
Die Installation richtet sich an Besucher, die zwischen Sitzen, Lesen, Betrachten des Spiegels oder Verlassen des Raumes wählen müssen. Jede Entscheidung wird vom Künstler als Form von Zeugnis dargestellt, die das Publikum aktiv in das Diskursfeld einbindet.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Global Voices, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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