Eine Analyse von vier Befragungsrunden der Bangladesh Demographic and Health Survey (2011‑2022) zeigt, dass der Anteil der Haushalte mit verbessertem Trinkwasser über 98 % liegt, während die Versorgung mit sanitärer Grundversorgung um 22 Prozentpunkte, mit Hygienemaßnahmen um 30,5 Prozentpunkte und mit kombinierten WASH‑Einrichtungen um 28 Prozentpunkte gestiegen ist. Trotz dieser Verbesserungen bestehen deutliche regionale und sozioökonomische Unterschiede.
Methodik und Datenbasis
Die Untersuchung stützt sich auf die BDHS‑Erhebungen von 2011, 2014, 2017 und 2022. WASH‑Indikatoren wurden nach den WHO‑UNICEF Joint Monitoring Programme‑Richtlinien von 2017 als „verbessert“ oder „unverbessert“ klassifiziert. Räumliche Analysen visualisierten regionale Disparitäten, während logistische Regressionsmodelle und ein Klassifikationsbaum die Einflussfaktoren identifizierten.
Entwicklung der einzelnen WASH‑Komponenten
Der Zugang zu verbessertem Trinkwasser blieb konstant hoch (≥ 98 %). Die Nutzung von verbesserten Sanitäranlagen stieg von rund 45 % im Jahr 2011 auf 67 % im Jahr 2022. Verbesserte Hygienemaßnahmen, gemessen an vorhandenem Handwaschplatz mit Seife, nahmen von 38 % auf 68,5 % zu. Insgesamt erreichte die Kombination aller drei Komponenten im Jahr 2022 einen Anteil von 71 %.
Einflussfaktoren auf den WASH‑Zugang
Der Reichtumsindex erwies sich als stärkster Prädiktor: Haushalte mit höchstem Wohlstand hatten 2022 im Vergleich zu ärmsten Haushalten ein adjustiertes Odds Ratio von 9,35 (95 %‑KI 8,31‑10,5). Auch der Bildungsstand des Haushaltsleiters war signifikant: Ein Hochschulabschluss erhöhte die Chancen auf verbesserte WASH‑Einrichtungen auf ein Odds Ratio von 3,44 (95 %‑KI 2,99‑3,96) im Jahr 2022. Weitere signifikante Faktoren waren Haushaltsgröße, Mediennutzung und Besitz eines Mobiltelefons.
Regionale Disparitäten
Die Analyse zeigte höhere Abdeckungsraten in den Divisionen Dhaka, Rajshahi und Chattogram, während Barishal und Mymensingh deutlich hinterherhinkten. Diese Unterschiede blieben über den gesamten Untersuchungszeitraum stabil.
Politische Implikationen
Um das Ziel von Sustainable Development Goal 6 zu erreichen, empfiehlt die Studie gezielte Subventionen für Haushalte mit niedrigem Einkommen, regionalspezifische Interventionsprogramme in den unterversorgten Divisionen sowie verstärkte Aufklärungsmaßnahmen, die insbesondere Medien- und Mobiltelefonnutzung einbinden.
Schlussfolgerung
Obwohl Bangladesch bedeutende Fortschritte beim Zugang zu sicherem Trinkwasser, sanitärer Grundversorgung und Hygiene erzielt hat, bleiben Wohlstand, Bildung und Region die entscheidenden Determinanten. Ohne gezielte Maßnahmen dürfte die bestehende Ungleichheit weiter bestehen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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