Kernbotschaft der Sitzung
Der Ausschuss für Sport und Ehrenamt hat am Mittwoch die zentrale Rolle von sportlicher Betätigung und Alltagsbewegung für die Gesundheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität von älteren Menschen hervorgehoben. Experten einigten sich darauf, dass regelmäßige Bewegung ein entscheidender Faktor für die gesellschaftliche Teilhabe im höheren Lebensalter ist.
Rolle der Sportvereine
Michaela Werkmann, Vorstandsmitglied im Deutschen Turner‑Bund, betonte, dass die Vereine als wohnortnahe Bewegungsanbieter Menschen unabhängig von Alter, Einkommen und sozialer Lage erreichen. Rund 1,2 Millionen Mitglieder des DTB seien älter als 60 Jahre, womit der Verband der größte organisierte Akteur für Bewegung im Alter in Deutschland sei.
Erfolge im Berliner Landessportbund
Katja Sotzmann vom Landessportbund Berlin verwies darauf, dass 16,5 Prozent der Mitglieder Senioren seien und die Tendenz deutlich steige. Der LSB sehe seine Aufgabe darin, Menschen aller Lebensphasen anzusprechen, weil frühe sportliche Aktivitäten häufig bis ins hohe Alter fortbestehen.
Forschung und Prävention
Ingo Froböse, emeritierter Professor der Deutschen Sporthochschule Köln, bezeichnete Sport, Bewegung und Training als zentrale Antwort auf die steigende Pflegebedürftigkeit. Er wies auf das Phänomen der Sarkopenie hin, das ab dem 50. Lebensjahr mit dem Verlust von Muskelmasse und -kraft einhergehe, und kritisierte die derzeitige Forschung, die zu stark am Spitzensport orientiert sei.
Soziale Ungleichheiten
Sonja Nowossadeck vom Deutschen Zentrum für Altersfragen verwies auf den Deutschen Alterssurvey, der zeige, dass ältere Menschen seltener sportlich aktiv seien als Personen im mittleren Alter und dass sportliche Teilhabe sozial nicht gleich verteilt sei. Finanzschwächere Personen treiben demnach seltener Sport, weshalb Alltagsbewegungen wie Fuß- und Radwege, Einkaufstouren oder Gartenarbeit besonders wichtig seien.
Politische Handlungsempfehlungen
Die Experten forderten eine politische Anerkennung von Bewegung im Alter als Teil der Daseinsvorsorge, die Schaffung nachhaltiger Förderstrukturen, eine stärkere kommunale Vernetzung, die Sicherung sozialer Teilhabe und den Ausbau entsprechender Infrastruktur. Ohne gezielte Konzepte zur Gewinnung, Bindung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen könne die notwendige Versorgung nicht gewährleistet werden.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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