EU: Biomasseverlust in europäischen Wäldern seit 2018 deutlich gestiegen
Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in *Nature Geoscience*, belegt, dass europäische Wälder seit 2018 deutlich mehr oberirdische Biomasse verlieren als zuvor angenommen. Die Analyse zeigt, dass Störungen wie Dürre, Windstürme und Insektenbefall zu einem Anstieg der Verluste geführt haben, insbesondere in den ältesten und biomassereichsten Wäldern Mitteleuropas.
Methodik
Die Forschenden kombinierten jährliche Karten des Baumkappenverlusts aus dem Landsat‑Archiv mit einer hochauflösenden Biomassekarte von 2019. Durch die Überlagerung beider Datensätze konnten sie den jährlichen Biomasseverlust pro Hektar genau quantifizieren, anstatt nur die betroffene Fläche zu messen.
Ergebnisse
Für jedes Hektar gestörtes Waldgebiet wird seit 2018 um 46 % mehr Biomasse verloren als zuvor. Insgesamt gingen zwischen 1985 und 2023 schätzungsweise 6,5 Milliarden Tonnen oberirdische Biomasse durch Wildfeuer, Schädlinge und Holzeinschlag verloren. Europäische Wälder bedecken etwa 39 % der Landesfläche und speichern 10,6 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in ihrer oberirdischen Biomasse.
Ursachen
Die Analyse ergab, dass der Holzeinschlag für rund 82 % des gesamten Biomasseverlusts verantwortlich ist, während natürliche Störungen den verbleibenden Teil ausmachen. Insbesondere schwere Dürreperioden ab 2018 schwächten Bäume und begünstigten massenhafte Ausbrüche des europäischen Fichtenborkenkäfers.
Folgen für den Kohlenstoffspeicher
Eine zweite, ebenfalls vom RECCAP‑2‑Projekt unterstützte Studie prognostiziert, dass die Fähigkeit europäischer Wälder, Kohlenstoff zu binden, bis 2030 um 39 % zurückgehen könnte. Der Rückgang resultiert aus Störungen, die die Regenerationsrate der Wälder übersteigen.
Expertenkommentare
Katja Kowalski, leitende Autorin der *Nature‑Geoscience*-Studie, betont: „Wir haben bislang im Wesentlichen blind darauf geschaut, wo Wälder verloren gehen, nicht aber, wie viel Biomasse tatsächlich verschwindet.“ Philippe Ciais, Mitautor der *National Science Review*-Studie, ergänzt: „Selbst wenn die Waldfläche wächst, kann die Kohlenstoffspeicherkapazität sinken, solange die Störungsrate die Regeneration übertrifft.“
Dieser Bericht basiert auf Informationen von European Space Agency, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
Ende der Uebertragung