Ausmaß des Problems
In mehreren westafrikanischen Ländern landen medizinische Abfälle, darunter benutzte Spritzen und kontaminierte Verbände, regelmäßig in der Umwelt. Untersuchungen zeigen, dass Krankenhäuser täglich Tonnen von biomedizinischem Abfall produzieren, von dem ein erheblicher Teil nicht ordnungsgemäß getrennt wird. Der WHO zufolge entfallen weltweit etwa 15 % des Abfalls aus Gesundheitseinrichtungen auf gefährliche, infektiöse Materialien.
Beobachtungen vor Ort
Im Universitätsklinikum Point G in Bamako wurde in einer studentischen Studie von 2025 ein Jahresvolumen von fast 100 Tonnen biomedizinischer Abfälle ermittelt. Vor Ort berichteten Verantwortliche, dass Spritzen und Vials häufig in Nachbarschaften und sogar an Stränden gefunden werden. In Bangui, Zentralafrikanische Republik, wurden infektiöse Abfälle mit allgemeinem Hausmüll vermischt und an ungeeigneten Orten gelagert.
Risiken für die Bevölkerung
Der unsachgemäße Umgang mit scharfen Gegenständen und infektiösem Material birgt das Risiko einer Übertragung von HIV, Hepatitis und anderen Blutkrankheiten. Fachleute warnen, dass sowohl Patienten als auch das Pflegepersonal, Besucher und Anwohner einer erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt sind, wenn Abfälle nicht sicher verwahrt werden.
Empfehlungen der WHO
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt ein mehrstufiges Management, das bereits bei der Entstehung eine farbcodierte Trennung vorsieht, gefolgt von gesicherten Sammelbehältern, reguliertem Transport und einer abschließenden Behandlung durch Verbrennung oder Desinfektion. Diese Vorgaben sollen die Ausbreitung von Krankheitserregern verhindern.
Lokale Initiativen und Herausforderungen
In Senegal arbeitet das nationale Abfallunternehmen SONAGED an der Identifizierung von scharfen Gegenständen im Hausmüll. Trotz regelmäßiger Kontrollen gebe es nach Angaben von Hygienebeauftragten immer wieder Fälle, in denen Abfälle nachts illegal an Stränden entsorgt werden. Finanzielle Engpässe und fehlende Ausrüstung, etwa geeignete Behälter für scharfe Gegenstände, erschweren die Umsetzung der WHO‑Standards.
Fazit
Die Untersuchungen verdeutlichen, dass ein funktionierendes Abfallmanagement in Gesundheitseinrichtungen entscheidend ist, um Umweltverschmutzung und Gesundheitsrisiken zu minimieren. Ohne konsequente Trennung, sichere Lagerung und geeignete Entsorgungsverfahren bleibt das Risiko für Infektionen und ökologische Schäden hoch.Dieser Bericht basiert auf Informationen von SciDev.Net, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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