International: Blockade im Golf von Oman verdeutlicht Verwundbarkeit der globalen Schifffahrt
Blockade und unmittelbare Folgen
Seit dem Beginn der Auseinandersetzung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran im Februar 2026 haben laut Arsenio Dominguez, Sekretär‑Generaldirektor der International Maritime Organization (IMO), bis zu 20.000 Seefahrer auf rund 2.000 Schiffen im Persischen Golf nicht sicher durch die Straße von Hormus passieren können. Die Blockade hat die Durchfahrt stark eingeschränkt und zahlreiche Handelsschiffe festgehalten.
Definition von maritimer Sicherheit
Dominguez erläuterte, dass maritime Sicherheit den Schutz von Schiffen, Häfen, Seefahrern und maritimer Infrastruktur vor Bedrohungen wie Piraterie, Terrorismus und Cyberangriffen umfasst. Für Staaten mit Küste schließt sie zudem die Bekämpfung von Waffen‑ und Drogenhandel, illegalem Wildtierhandel, Ölraub, Menschenhandel und illegaler Müllentsorgung ein.
Aktuelle Bedrohungen
Der Sekretär‑Generaldirektor betonte, dass Schiffe und Besatzungen in Konfliktzonen zunehmend als Druckmittel eingesetzt werden. Unbemannte Luft‑ und Oberflächenprojektile haben zivile Handelsschiffe getroffen, die nicht über Verteidigungsfähigkeiten verfügen. Die Gefahr von Desinformation erschwere zudem die risikobasierte Routenplanung.
Historische Entwicklung
Dominguez verwies auf frühere Vorfälle, etwa die Entführung der italienischen Kreuzfahrt „Achille Lauro“ 1985 und die Anschläge vom 11. September 2001, die die Verwundbarkeit von Schiffen gegenüber terroristischen Akteuren deutlich machten. In den späten 1980er‑Jahren meldete die IMO erstmals Piraterie‑ und Überfallvorfälle, später verlagerte sich das Augenmerk auf die Küstenregionen vor Somalia, den Golf von Aden und die Golfküste von Guinea.
Neue Herausforderungen
Zu den aktuellen Risiken zählen Cyberangriffe auf Navigations‑ und Ladungssysteme, Sabotage an Unterseekabeln, Drohnenangriffe auf Schiffe sowie Schwachstellen autonomer Schiffe. Kriminelle Netzwerke erhöhen die Komplexität ihrer Angriffe und gefährden damit das globale Handelssystem.
Globale Engpässe
Dominguez nannte weitere kritische Wasserstraßen, deren Störung weltweite Folgen hätte: den Suez‑Kanal, die Bab‑el‑Mandeb‑Straße, die Straße von Malakka und Singapur, die Straße von Istanbul, die Dardanellen, den Panamakanal sowie weitere enge Durchfahrten.
Reaktion der IMO
Die IMO arbeitet mit internationalen Partnern zusammen, um Staaten beim Aufbau von Kapazitäten zur Prävention, Abwehr und Reaktion auf Sicherheitsbedrohungen zu unterstützen. Schwerpunkte liegen auf der Umsetzung von Sicherheitsinstrumenten, effektivem Informationsaustausch, regionaler Kooperation und rechtlicher Reform, etwa durch nationale Gesetze zur Verfolgung von Straftaten auf See.
Ausblick
Dominguez betonte, dass Diplomatie und De‑Eskaltung von Konflikten essentiell seien, während Marinebegleitungen nur eine begrenzte, nicht nachhaltige Lösung darstellen. Eine verstärkte internationale Zusammenarbeit sei notwendig, um die Freiheit der Schifffahrt und die Sicherheit von Seefahrern langfristig zu gewährleisten.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required).
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