Eine neue Studie zeigt, dass in den Organen von Marmoset-Affen Zellen, die vom genetischen Geschwister stammen, ausschließlich aus hämatopoetischen Blutlinien stammen und insbesondere die Mikroglia im Gehirn betreffen.
Hintergrund zur Chimerismus‑Verbreitung
Bei Marmoset-Affen entsteht Chimerismus häufig durch die Geburt von eineiigen Zwillingen oder Drillingen, deren Blutkreisläufe im Mutterleib verbunden sind. Dadurch verbleiben 12 % bis 80 % fremde Blutzellen lebenslang im Organismus.
Methodik der Einzelzell‑Analyse
Forscher analysierten Einzelzell‑RNA‑Sequenzdaten aus Blut, Leber, Niere und zahlreichen Hirnregionen mehrerer Tiere. Durch transkribierte Einzel‑Nukleotid‑Polymorphismen (SNPs) konnten Zellen identifiziert werden, die das Genom des Geschwisters tragen.
Ergebnisse im Gehirn
In den Hirnproben wurden sibling‑abkömmlinge Zellen ausschließlich bei Mikroglia (20 %–52 %) und Makrophagen (18 %–64 %) nachgewiesen, nicht jedoch bei Neuronen, Gliazellen oder Ependymzellen.
Regionale Unterschiede
Der Anteil sibling‑abkömmliger Mikroglia variierte stark zwischen den Hirnregionen und sogar innerhalb desselben Tieres, was auf unterschiedliche Rekrutierungs‑ oder Proliferationssignale sowie mögliche klonale Expansionsmuster hindeutet.
Einfluss des lokalen Umfelds
Die Genexpressionsprofile der Mikroglia korrelierten stärker mit dem lokalen, host‑spezifischen Kontext als mit den genetischen Unterschieden zwischen den Geschwistern.
Bedeutung für die Forschung
Der natürliche Chimerismus bei Marmoset‑Affen eröffnet neue Möglichkeiten, die Wirkung von Genen, Mutationen und Hirnumgebungen auf die Mikrogliologie zu untersuchen und die Beiträge von Mikroglia zu Gehirn‑Phänotypen von denen anderer Zelltypen zu trennen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von eLife, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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